Forschung + Innovation
Immer mehr junge Raucherinnen sterben an Lungenkrebs

Deutschlands Krebsforscher schlagen Alarm: Danach sterben in der Bundesrepublik immer mehr jüngere Raucherinnen an Lungenkrebs. Bei Frauen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren seien die Lungenkrebs-Todesfälle zwischen 1990 und 2000 um 60 Prozent dramatisch gestiegen.

dpa HEIDELBERG. Deutschlands Krebsforscher schlagen Alarm: Danach sterben in der Bundesrepublik immer mehr jüngere Raucherinnen an Lungenkrebs. Bei Frauen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren seien die Lungenkrebs-Todesfälle zwischen 1990 und 2000 um 60 Prozent dramatisch gestiegen.

Damit liege das Land deutlich vor den anderen EU-Staaten mit rund 38 Prozent, teilte das Deutsche Krebsforschungszentrum am Montag in Heidelberg mit. Wenn man zwischen zehn und 15 Jahren mit dem Rauchen anfange, beginne das krebsbedingte Sterben ab dem 35. Lebensjahr.

Nach Angaben der Heidelberger Medizinerin Martina Pötschke-Langer sterben in Deutschland jährlich mehr als 110 000 Menschen wegen des Rauchens. Das seien mehr als durch Aids, Alkohol, Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Auch bei den Herzinfarkten habe der Anteil jüngerer Frauen deutlich zugenommen, teilte die Forscherin im Vorfeld der in Heidelberg stattfindenden 2. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle (15./16. Dezember) mit. „Wenn Frauen rauchen wie Männer, sterben sie auch wie Männer“, erklärte die Tagungspräsidentin.

Das Krebsforschungszentrum forderte in diesem Zusammenhang die politisch Verantwortlichen zu wirksamen Maßnahmen auf. Das könnten unter anderem drastische Tabaksteuererhöhungen, ein umfassendes Tabakwerbeverbot und die Schaffung einer rauchfreien Umwelt sein. Als „Gebot der Stunde“ nannte das Zentrum rauchfreie Kinder- und Jugendeinrichtungen wie Schulen und öffentliche Einrichtungen. Ferner plädiert es für ein Verbot von Zigarettenautomaten und die Lizenzierung des Verkaufs von Tabakwaren nur in ausgewiesenen Läden. Im europäischen Ranking bei der Tabakkontrolle stehe die Bundesrepublik von 28 überprüften Ländern nur auf Rang 21, hieß es.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum untersucht systematisch die Mechanismen der Krebsentstehung und erfasst die Risikofaktoren. Die Einrichtung wird zu 90 Prozent vom Bundesforschungsministerium und zu zehn Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert.

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