Innovation
Damit das Licht nicht ausgeht

Innovationen machen die Stromübertragung nicht nur zuverlässiger, sondern auch billiger. In Erlangen testen Siemens-Ingenieure die Leittechnik für die so genannte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung mit einem ausgefeilten Simulationsprogramm.

ERLANGEN. Wenn die zwei Reihen grauer Schaltschränke erst einmal im Einsatz sind, dann stehen sie 100 Kilometer voneinander entfernt an der amerikanischen Ostküste. Zur Zeit ist die komplexe Steuerung einer Stromleitung zwischen New Jersey und Long Island aber noch in einer Fabrikhalle in Erlangen aufgebaut. Dort testen Siemens-Ingenieure die Leittechnik für die so genannte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung mit einem ausgefeilten Simulationsprogramm.

„Wir können damit Fehler simulieren, die man in der Realität nie provozieren würde“, sagt Siemens-Manager Peter Bermel. Durch die umfangreichen Tests lange vor der Inbetriebnahme werden Ausfälle nicht nur unwahrscheinlicher. Die Kosten sinken auch, weil die Netzbetreiber neue Leitungen schneller als früher einsetzen können.

Die Überprüfung der neuen Übertragungstechnik für Long Island im Siemens Testlabor dauern nur sechs Monate. Vor 20 Jahren mussten die Techniker die Ausrüstung direkt vor Ort anderthalb Jahre lang auf Herz und Nieren testen, bevor die Leitung ans Netz ging. In diesem Sommer wird die Leittechnik im Fränkischen lediglich in Kisten gepackt, über den Atlantik geschifft und dort genauso wie in der Simulation wieder aufgebaut. Der erste Strom aus den Kraftwerken in New Jersey soll dann 2007 nach Long Island fließen.

So wie bei Siemens in Erlangen arbeiten die Techniker derzeit weltweit an Lösungen, um die Stromnetze zuverlässiger zu machen und gleichzeitig die Kosten zu drücken. Das Thema steht rund um die Erde auf der Agenda, seit mehrere spektakuläre Stromausfälle, so genannte Blackouts, in den vergangenen Jahren für Schäden in Milliardenhöhe gesorgt haben.

Selbst für Deutschland, das bislang von ganz großen Stromausfällen weitgehend verschont blieb, verzeichnen die Fachleute mehr Störungen als früher. So hat der Verband der Netzbetreiber ausgerechnet, dass 2004 die durchschnittliche Ausfallzeit von zuvor 15 auf 23 Minuten geklettert ist - mit weiter steigender Tendenz. „Die Gefahr von Engpässen und Überbeanspruchung nimmt zu“, warnte jüngst der Energietechnikexperte Günther Brauner von der TU Wien.

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