Innovative Unternehmen
Die unscheinbare Revolution

Revolutionen kommen manchmal wenig spektakulär daher – so wie die Freebox des des französischen Telekom-Anbieters Free. Doch das Gerät mit dem zweifelhaften Plastikcharme lehrte Branchenriesen wie France Télécom das Fürchten. Und seine Entwickler haben noch ehrgeizigere Pläne.

PARIS. Auf den ersten Blick wirkt die schwarze Kiste wie ein Billig-Produkt aus Fernost. Das Gehäuse des Modems besteht aus wenig hochwertigem Plastik, ist ungefähr so groß wie ein aufgeschlagenes Buch und etwas höher als eine Zigarettenschachtel. An der Längsseite ist ein kleines, grünes LED-Display angebracht. Revolutionen kommen manchmal unscheinbar daher. Denn dieses DSL-Modem des französischen Telekom-Anbieters Free, Tochter der börsennotierten Iliad, hat den französischen Telekom-Markt umgekrempelt.

Als Free im Jahr 2002 seine sogenannte Freebox auf den Markt brachte, staunte der Platzhirsch France Télécom nicht schlecht: Denn dank seiner Box war Free der erste Telekomanbieter in Europa, der seinen Kunden das so genannte Triple Play anbot: schnelles Internet (bis zu 2 Megabit pro Sekunde), unbegrenztes Telefonieren inklusive Auslandsgespräche sowie den Empfang von 80 TV-Kanälen. Und das ganze für nur 29,99 Euro im Monat.

„Das Angebot von Free war eine Revolution“, bestätigt Jonathan Coham, Telekom-Experte der Beratungsgesellschaft Ovum. „Es bot eine Menge Services zu einem sehr günstigen Preis.“ Free setzte damit den Marktstandard in Frankreich. Das kleine Unternehmen, das zu 66 Prozent noch Firmengründer und Telekomvisionär Xavier Niel gehört, etablierte sich dank seiner schwarzen Plastik-Kiste als wichtigster Herausforderer der etablierten Telekom-Anbieter. Heute belegt Free Platz drei bei den DSL-Anschlüssen, mit einem Marktanteil von 20 Prozent. Free wurde dabei nur von Konkurrent Neuf (Markanteil: 22,6 Prozent) überholt, als die Vivendi-Tochter Club Internet übernommen hat.

Seite 1:

Die unscheinbare Revolution

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%