"Johannes Kepler"
Raumtransporter dockt an ISS an

Der europäische Raumtransporter „Johannes Kepler“ hat die Raumstation ISS erreicht. Das unbemannte Versorgungsschiff dockte automatisch am russischen Service-Modul an. Auf den letzten Metern war Maßarbeit gefragt.
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Bremen/WashingtonNach einem acht Tage und vier Millionen Kilometer langen Flug näherte sich der Raumtransporter Stück für Stück näherte es sich der internationalen Raumstation ISS, um bei einer Geschwindigkeit von 28.000 Kilometern pro Stunde einen kleinen Andockpunkt exakt zu treffen.

Der Frachter vom Typ ATV transportiert mehr als sieben Tonnen Lebensmittel, Ausrüstung und Forschungsinstrumente zur Raumstation.

Die sechs Besatzungsmitglieder können sich aber auch über Schokolade und Post von ihren Familien freuen. In der nächsten Zeit werden sie reichlich mit dem Entladen und Verstauen der Vorräte zu tun haben.

„Das ist, als würde bei einem Zuhause ein LKW vorbeikommen und einfach alles in den Flur stellen“, erläuterte der Leiter des Bremer Astrium-Werks, Michael Menking. Die EADS Raumfahrttochter baut das Transportschiff im Auftrag der Europäischen Weltraumbehörde ESA.

Bis zum 4. Juni soll „Johannes Kepler“ an der Raumstation bleiben.

In der Zeit wird er sechsmal seine Triebwerke zünden, um die ISS anzuheben. Diese verliert ständig an Höhe und würde ohne diese Hilfe irgendwann abstürzen. Am Ende der rund 450 Millionen Euro teuren Mission wird aus dem Fahrstuhl ein Müllschlucker: Die Astronauten beladen das Raumschiff mit Abfällen und verschließen dann die Luke.

Auf seinem Weg zurück zur Erde verglüht es dann in der Atmosphäre.

Der Transporter ist bereits der zweite ATV, der zur Raumstation geflogen ist. Sein Vorgänger „Jules Verne“ hatte 2008 erfolgreich angedockt, bei ihm handelte es sich aber noch um einen Prototypen.

Bis 2015 wollen die Europäer im Jahresabstand drei weitere dieser Frachter ins All schicken.

Weiteren Nachschub für die ISS soll auch die „Discovery“ bringen.

Nach vielen Pannen und vier Monaten Verzögerung sollte am Donnerstag die letzten Reise der Raumfähre endlich beginnen. Die Meteorologen waren optimistisch: Für die Startzeit - um 22.50 Uhr deutscher Zeit - sagten sie auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gutes Wetter voraus. Der Abschiedsflug der „Discovery“ mit sechs Astronauten an Bord soll elf Tage dauern. Hauptaufgabe ist es, einen Roboter und Anbaumodule zur ISS zu transportieren.

Danach soll der Shuttle nach rund einem Vierteljahrhundert Einsatz in Pension gehen. Dann sind nur noch zwei weitere Flüge anderer Raumfähren vorgesehen - dann ist die Shuttle-Ära Vergangenheit.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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