Kombinierte Strecken mit manuell bedienten Zügen weltweit einzigartig
Nürnbergs U-Bahn fährt demnächst führerlos

In der Stadt, in der 1835 die erste deutsche Eisenbahn startete, beginnt im nächsten Frühjahr eine neue Epoche im Schienenverkehr. Die kommunale Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) setzt als erster Betreiber in der Bundesrepublik eine vollautomatische, künftig ohne Fahrer verkehrende U-Bahn aufs Gleis. Neben der Fahr- und Bremstechnik wurde für das System eine ausgeklügelte Sicherheitstechnik insbesondere für die Bahnsteige entwickelt, um die fehlende Kontrolle des Fahrpersonals zu ersetzen.

NÜRNBERG. Die neue Ära – für Projektleiter Konrad Schmidt „ein Stück Verkehrsgeschichte“ – beginnt ganz bescheiden: Vier U-Bahn-Züge der künftigen, noch im Bau befindlichen Linie U 3, werden 2004 zunächst auf einem Testgleis in Betrieb gesetzt und auf die Automatikfunktionen getestet. „Wenn die Fahrzeuge das Laufen gelernt haben, lassen wir sie ab Ende des Jahres raus auf die Strecke“, beschreibt Schmidt den Zeitplan.

Gleichzeitig beginnt auch die Erprobung der komplexen Überwachungstechnologie. Auf einem Bahnhof der konventionell betriebenen Linie U 2 werden erste Teile des vom Mischkonzern Honeywell entwickelten Hochfrequenz-Transpondersystems installiert, das seine Qualitäten bisher nur in Labortests unter Beweis stellte. Basis der Technologie ist ein modular aufgebautes Sensorengitter mit einer Vielzahl von Sender-Empfänger-Paaren im Gleisbereich. Immer wenn der „Blick“ vom Sender zum Empfänger unterbrochen ist, soll das System Alarm schlagen. Die Unterbrechungen lösen Zwangsbremsungen bei Fahrzeugen im Gefahrenbereich aus, und über Videokameras kann sich die Betriebsleitstelle ein Bild von der Situation vor Ort machen.

Dabei wird das System so justiert, dass es erst auf Gegenstände mit einem Durchmesser von mindestens 30 Zentimetern reagiert. So soll ausgeschlossen werden, dass die Überwachungstechnik auf Kleinteile wie etwa Plastiktüten oder herumfliegende Zeitungsseiten reagiert. Projektleiter Schmidt sieht sich damit auf der sicheren Seite: Eine vergleichbare Sensortechnik werde bereits bei fahrerlosen Systemen in Lyon und Kopenhagen eingesetzt, sagt er.

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