Komitee äußert sich zu seinen Beweggründen für Auszeichnung
Chemie-Nobelpreis für "uninteressante" Grundlagenforschung

Das Nobelpreis-Komitee hat mit der diesjährigen Auszeichnung im Fach Chemie ganz bewusst eine wissenschaftliche Erkenntnis geehrt, die nie große Schlagzeilen gemacht hatte.

HB STOCKHOLM. Die Leistungen der Israelis Aaron Ciechanover und Avram Hershko und des US-Forschers Irwin Rose gehörten „nicht unbedingt zu den wissenschaftlichen Entdeckungen, die sowieso im Scheinwerferlicht stehen“, betonte der Komiteevorsitzende Håkan Wennerström am Mittwoch in Stockholm. Die Arbeit sei „fundamentale Grundlagenforschung mit Langzeitwirkung“. Wennerström sagte: „Man wird die Konsequenzen nicht heute oder morgen im Alltag bemerken. Aber die drei haben die Voraussetzungen zu einem besseren Verständnis vieler wichtiger Krankheiten geschaffen.“

Die Leistung der drei Wissenschaftler sei „keine Zufallsentdeckung, sondern Ergebnis beharrlicher systematischer Arbeit“, betonte Wennerström. „Allerdings hatten die drei nicht die geringste Ahnung, wie wichtig die von ihnen angepackte Arbeit war.“ Erst hätten sie „richtig geraten“ und dann in jahrelanger Arbeit ihre Hypothese untermauert.

Zur Dominanz von US-Wissenschaftlern aus finanziell meist gut ausgestatteten Laboren bei den wissenschaftlichen Nobelpreisen der vergangenen Jahre meinte der Komiteevorsitzende: „Die Leistung dieser drei war bestimmt nicht von viel Geld abhängig. Sie hätte in jedem gut ausgerüsteten biochemischen Labor eines beliebigen westlichen Landes erbracht werden können.“

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