Kosmisches Rendezvous
Sonde begegnet Kometen

Erfolgreiches Rendezvous bei 44 000 Kilometer pro Stunde: Díe Nasa-Sonde „Deep Impact“ hat den Kometen Hartley 2 passiert. Beim Flug durch die Gas- und Staubwolke des Schweifsterns gelangen ihr spektakuläre Aufnahmen.
  • 0

HB DÜSSELDORF. Das kosmische Rendezvous ist geglückt: Die NASA-Sonde „Deep Impact“ ist am Donnerstag wie geplant am Kometen Hartley 2 vorbeigeflogen. Mit rund 44 000 Kilometern pro Stunde schoss die Sonde durch die Gas- und Staubwolke des Schweifsterns, die sogenannte Koma. Dabei näherte sie sich dem gurkenförmigen Kometenkern bis auf 700 Kilometer.

Schon als sich die Sonde acht Minuten nach dem Flug durch die Koma unbeschadet zurückmeldete, brandete Applaus im NASA-Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena auf. Nur knapp eine halbe Stunde später trafen dann die ersten spektakulären Fotos von der Begegnung nach einer 37 Millionen Kilometer weiten Reise auf den Computerbildschirmen ein.

„Wir halten alle unseren Atem an“, sagte der Chefwissenschaftler der Mission, Michael A'Hearn. „Es ist schön, Hartley 2 aus der Nähe zu sehen“, fügte Projektmanager Tim Larson hinzu. „Das Missionsteam und die Wissenschaftler haben hart für diesen Tag gearbeitet.“ Die Astronomen der US-Raumfahrtbehörde versprechen sich von dem Unternehmen detaillierte Einblicke in die Natur von Kometen. Nach NASA-Angaben ist es erst das fünfte Mal, dass eine Raumsonde nahe genug an einen Schweifstern herankam, um Bilder vom Kern zu schießen.

Die als schmutzige Schneebälle bezeichneten Kometen sind Mischungen aus Eis und Staub und enthalten oft besonders viel urtümliche Materie aus der Entstehungszeit des Sonnensystems.

Hartley 2 hatte die Astronomen kürzlich mit einem Ausbruch von giftigem Cyanid-Gas verwundert. Dabei war nicht das Cyanid (CN) selbst die Überraschung, sondern die Reinheit des Gases. Normalerweise werden bei einem Gasausbruch auch Staubteilchen vom Kometen ins All geschleudert. Bei Hartley 2 fehlte der Anstieg der Staubteilchen.

Von den Bildern der Kometensonde erhoffen sich die Forscher auch Informationen über den fehlenden Staub. Der Kometenkern selbst ist nur etwa zwei Kilometer lang. Für die Erde bedeutet das Cyanid keine Gefahr. Denn der Komet ist rund 21 Millionen Kilometer entfernt. Und selbst wenn die Erde direkt die Cyanid-Wolke kreuzen würde, könnte das dünne Gas nicht in die dichte Erdatmosphäre eindringen.

Die 2005 gestartete Sonde „Deep Impact“ hatte bereits den Kometen Tempel 1 besucht und mit einem mehrere hundert Kilogramm schweren Projektil beschossen. Anschließend wurde die Mission unter dem Namen „Epoxi“ zum Kometen Hartley 2 verlängert. Die Kosten der Sonde gibt die NASA mit 267 Millionen Dollar an, die Verlängerung der Mission kostet 42 Millionen Dollar (30 Millionen Euro).

Kommentare zu " Kosmisches Rendezvous: Sonde begegnet Kometen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%