Kosmonautin Jelena Serowa
Quotenfrau für die Raumstation 

Russlands Raumfahrt hat eine erbärmliche Frauenquote – erst drei Kosmonautinnen hat man bislang ins All geschickt. Mit ihrem Flug zur Raumstation ISS könnte Jelena Serowa zu einem der dringend gesuchten Vorbilder werden.
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BerlinFür Kreml-Chef Nikita Chruschtschow war es ein Beleg für die „Gleichberechtigung der Geschlechter im Sozialismus“, als im Juni 1963 die Russin Valentina Tereschkowa als erste Frau überhaupt ins All flog. 50 Jahre später ist die russische Raumfahrt von diesem Anspruch etwa so weit entfernt wie der Mond von der Erde. Unter den mehr als 100 Raumfahrern, die Russland bislang ins All schickte, befanden sich gerade einmal drei Frauen.

Kosmonautin Jelena Serowa schickt sich nun an, diese Bilanz ein wenig zu verbessern: Am Donnerstag startet ein Sojus-Raumschiff, das sie als erste russische Frau zur Raumstation ISS bringen wird.

Gut fünf Monate lang soll sie gemeinsam mit fünf Kollegen die Geschäfte auf der ISS führen, unter anderem an der Seite des deutschen Astronauten Alexander Gerst, der noch bis Mitte November im All bleiben wird. „Ich freue mich auf den Flug, aber ich fühle auch die große Verantwortung“, sagt die 38-Jährige, die aus der Provinzstadt Ussurijsk stammt, weit im Osten Russlands nahe der chinesischen Grenze.

Im 10.000 Kilometer entfernten Moskau absolvierte sie ihr Studium zur Luftfahrtingenieurin, dort, beim Raketenbauer Energija, traf sie auch ihren späteren Ehemann Mark. Der Testflieger gehörte zeitweise zum russischen Kosmonauten-Corps, flog aus gesundheitlichen Gründen aber selbst nie ins All. Dank seiner Erfahrungen wusste Jelena sehr genau, worauf sie sich einließ, als sie 2006 in das russische Kosmonauten-Programm aufgenommen wurde: „Ich konnte genau prüfen, ob ich so etwas auch tun möchte.“

An weiblichen Vorbildern konnte sich die angehende Kosmonautin dagegen kaum orientieren: Fast zwei Jahrzehnte dauerte es, bis nach Tereschkowa wieder eine Russin ins All flog – Swetlana Sawizkaja im Jahr 1982. Jelena Kondakowa komplettiert das Trio der bisherigen Kosmonautinnen mit ihrem Raumflug 1997. Zum Vergleich: Die zweite Weltraum-Großmacht USA hat bislang fast 50 Frauen ins All befördert.

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