Kraft-Wärme-Kopplung
Minikraftwerke heizen fürs Haus

Auf der Fachmesse ISH in Frankfurt zeigen Firmen Anlagen, die nicht nur Energie sparen, sondern auch den Ausstoß des Umweltgases Kohlendioxid reduzieren. Im Trend liegen vor allem erdgasbetriebene Minikraftwerke, die Wasserstoff in Strom und Wärme umwandeln. Erste Tests in Mannheim sind bereits angelaufen.

TÜBINGEN. Salatöl im Keller des eigenen Wohnhauses verbrennen und damit heizen und Strom erzeugen? Das hört sich abenteuerlich an. Ist es aber nicht. Auf diese Weise könnten private Haushalte sogar dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Die Voraussetzung: Das Öl, genauer gesagt Rapsöl, wird in einem Miniblockheizkraftwerk verbrannt. Das ist so klein, dass es in jeden Heizkeller passt.

Entwickelt wurde das Gerät namens „Dachs“ von Senertec, einem Spezialisten für diese Mini-Anlagen. Zu sehen ist es erstmals auf der Heizungsfachmesse ISH, die von morgen an bis einschließlich Samstag in Frankfurt stattfindet. Doch das Schweinfurter Unternehmen ist nicht der einzige Anbieter von Minikraftwerken – wenn auch bislang in Deutschland der größte. 16 000 Anlagen haben die Franken ausgeliefert, 3 000 gehen jährlich in Betrieb.

Bislang eingesetzte Dachse verwenden Erdgas. Geräte anderer Hersteller arbeiten teilweise mit Dampf, wie das der Firma Otag, die in diesem Jahr 500 Geräte absetzen will. Der Hersteller aus dem Hochsauerland arbeitet zudem an einer Variante, mit der nachwachsende Rohstoffe genutzt werden können und hat für 2008 eine Anlage mit Holzpellets geplant. Die Tüftler von Sunmachine haben ein Gerät für Holzpellets bereits fertig, allerdings ist es noch nicht serienreif.

Auch traditionelle Hersteller von Heizungsanlagen wie Vaillant, Viessmann oder Buderus beschäftigen sich mit der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung. Sie haben bereits Blockheizkraftwerke im Programm oder denken über den Einstieg in den Markt nach. Die Vaillant-Tochter Powerplus mit Sitz in Gera/Thüringen vermarktet das Mini-Blockheizkraftwerk Ecopower. Dessen Vorteil: Es passt sich unterschiedlichem Wärmebedarf an.

Viessmann hält sich im Vorfeld der Branchenmesse jedoch bedeckt. Die Vorstellung eines eigenen Produkts sei durchaus denkbar, so die Pressestelle. Bei Buderus seien diese Geräte dagegen erst „ein Zukunftsthema“, so eine Pressesprecherin.

Für die Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) spricht vor allem die Klimabilanz: „Mit erdgasbetriebenen Mini-KWK-Anlagen lässt sich der CO2-Ausstoß im Vergleich zu einem Gasbrennwertkessel der neuesten Generation und zur Stromerzeugung in modernen Gaskraftwerken um bis zu 30 Prozent senken“, sagt Martin Pehnt, Projektleiter am Heidelberger Umweltforschungsinstitut Ifeu vor.

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