Kriminalität
Staatsanwalt ermittelt zu beschlagnahmtem Sarkophag aus Ägypten

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen über die Herkunft von beschlagnahmten archäologischen Fundstücken aus Ägypten eingeleitet. „Es wird geprüft, ob die Stücke illegal nach Berlin gelangt sind“, sagte Behördensprecher Michael Grunwald am Donnerstag.

dpa BERLIN. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen über die Herkunft von beschlagnahmten archäologischen Fundstücken aus Ägypten eingeleitet. „Es wird geprüft, ob die Stücke illegal nach Berlin gelangt sind“, sagte Behördensprecher Michael Grunwald am Donnerstag.

Ägypten erwartet nach Angaben eines Anwalts, dass die wertvollen Relikte aus der Pharaonenzeit zurückgegeben werden. Es handele sich um einen kostbaren gut erhaltenen Sarkophag aus dem 4. Jahrhundert vor Christus von 2,20 Meter Länge, die dazugehörige Kiste sowie zahlreiche Grabbeigaben wie Figuren und Goldschmuck. Sie waren den Angaben zufolge letzte Ruhestätte einer Tempeltänzerin.

Die Stücke wurden Ende Oktober bei einer Berliner Spedition sichergestellt, wo sie ein Hamburger Kunsthändler eingelagert hatte. Sie waren auf dem Weg aus der Schweiz in die USA gewesen, wo sie für zwei Mill. Dollar verkauft werden sollten. Die Ermittler waren einer Strafanzeige der Ägyptischen Botschaft in Berlin nachgegangen. Diese habe das Auswärtige Amt informiert, weil die deutschen Behörden bei dem Antrag für die Ausfuhr Unstimmigkeiten festgestellt hätten, sagte der Anwalt Mounir Michael Farag, der die Republik Ägypten in dem Fall vertritt.

Laut Staatsanwaltschaft ist sicher, dass die Kulturgüter bereits in den 1970er Jahren aus Ägypten herausgeschafft wurden. Dann lagen die Stücke, den Angaben zufolge sind es mehrere Dutzend, lange in der Schweiz, bevor sie nach Berlin gebracht wurden. Zurzeit werde noch geprüft, ob dies legal geschah, sagte Grunwald. Während die Botschaft argumentiere, dass der Vorgang schon damals illegal war, betone der Kunsthändler, dass alles rechtmäßig ablief. Nach Angaben des Sprechers muss auch die Verjährungsfrage geprüft werden.

Anwalt Farag sagte, die Rechtslage sei klar: „Anfang der 70er Jahre war zwar die Ausfuhr solcher Gegenstände noch möglich, aber dafür war eine Genehmigung der Regierung nötig.“ Die Genehmigung für die jetzt beschlagnahmten Stücke sei aber gefälscht.

Die Kairoer Tageszeitung „Al-Ahram“ hatte kürzlich berichtet, die Altertümer seien von einem Schmugglerring ins Auslang geschafft worden, dem auch Beamte der Altertümerverwaltung in Kairo angehörten. Die Schmuggler wurden inzwischen zu hohen Haftstrafen verurteilt. Die ägyptische Altertümerbehörde hatte Anfang November mitgeteilt, sie habe in Kanada die Versteigerung von 50 Fundstücken verhindert, die von der gleichen Bande gestohlen worden seien. Farag sagte, auch gegen den Kunsthändler sei in Ägypten bereits in Abwesenheit eine Freiheitsstrafe verhängt worden.

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