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Lange Raumflüge schwächen Immunsystem

Längere Raumflüge können das Immunsystem schwächen. Das schließt die US-Raumfahrtbehörde Nasa aus Tests mit 25 Astronauten. Die Fähigkeit bestimmter weißer Blutkörperchen, Krankheitskeime zu zerstören, werde durch die Belastungen beeinträchtigt.

dpa HOUSTON. Längere Raumflüge können das Immunsystem schwächen. Das schließt die US-Raumfahrtbehörde Nasa aus Tests mit 25 Astronauten. Die Fähigkeit bestimmter weißer Blutkörperchen, Krankheitskeime zu zerstören, werde durch die Belastungen beeinträchtigt.

Das teilte die Nasa am Mittwoch (Ortszeit) in Houston (US-Staat Texas) mit. Dieser Effekt könne sogar nach der Rückkehr zur Erde anhalten. „Astronauten leben und arbeiten in einer relativ beengten und stressigen Umgebung“, erläuterte Studienautor und Chef-Mikrobiologe des Johnson Space Centers in Houston, Duane Pierson. „Die Belastungen eines Raumflugs können die Gesundheit der Astronauten nachteilig beeinflussen, indem sie die Immunantwort schwächen.“ Die Studie lege nahe, dass diese Effekte mit der Dauer und den Anforderungen eines Raumfluges wüchsen.

Piersons Team hatte zwischen 1999 und 2002 die Funktion weißer Blutkörperchen vom Typ Neutrophile bei Astronauten verglichen, die auf fünftägigen oder neun- bis elftägigen Space-Shuttle-Flügen im Orbit waren. Zum einen nahm bei den Versuchsteilnehmern die Zahl der Neutrophilen durch den Raumflug um 85 Prozent zu, was die Forscher als Stresssignal werten. Zum anderen konnten diese Zellen nach längeren Flügen schlechter Mikroorganismen schlucken und zerstören.

Kein Astronaut in der Studie sei krank geworden, betonte Pierson. Ein besseres Verständnis der Stressauswirkungen auf das Immunsystem könne zu einem besseren Schutz von Besatzungen der Internationalen Raumstation und bei künftigen Langzeit-Raumflügen beitragen. Die Forscher haben ihre Studie im Fachjournal „Brain, Behavior, and Immunity“ (Bd. 18, S. 443, DOI: 10.1 016/j.bbi.2003.10 005) veröffentlicht.

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