Mars-Mission Mangalyaan
Billigflieger zum Roten Planeten

Indien will in die Chefetage der Raumfahrtnationen aufsteigen. Die Eintrittskarte dafür ist eine erfolgreiche Mars-Mission. Die Mission „Mangalyaan“ ist als echter Billigflug geplant, trotzdem regt sich Kritik.
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Neu DelhiDie aufstrebende Wirtschaftsmacht Indien greift zwar noch nicht nach den Sternen, aber immerhin zum Nachbarplaneten: Die Indische Weltraumforschungsorganisation (ISRO) will am Dienstag (5. November) erstmals eine unbemannte Sonde zum Mars schicken.

Damit soll die Atommacht in den elitären Club der Länder mit Marsmissionen aufsteigen. Bislang schickten die USA, die damalige UdSSR und Europa Sonden zum Roten Planeten - Indiens asiatische Konkurrenten Japan und China scheiterten.

Vor fünf Jahren machte der Subkontinent mit einer Low-Budget-Mission zum Mond von sich reden, die trotz geringer Kosten schon im ersten Versuch den Erdtrabanten erreichte. Auch der Flug zum Mars soll unschlagbar günstig werden: Mit umgerechnet 54 Millionen Euro kostet das komplette Projekt weniger als das günstigste Boeing-Passagierflugzeug.

„Das Hauptziel der Mission ist es, zu beweisen, dass wir die technologische Fähigkeit haben, den Mars zu erreichen“, sagt ISRO-Sprecher D.P. Karnik. Die wissenschaftliche Forschung sei weniger zentral.

Tatsächliche werde Indien wohl keine neuen Entdeckungen machen, meint Ajay Lele vom Institute for Defence Studies and Analysis in Neu Delhi. „Eine erfolgreiche Mission würde Indien aber einen immensen Statusgewinn verschaffen und Investitionen anziehen.“ Andere Länder würden dann vermehrt nach Indien blicken, wenn sie Satelliten und Instrumente in den Weltraum bringen wollen.

Bislang läuft alles nach Plan. „Alle Systeme sind bereit“, sagt Karnik. Nach dem Start um 14.36 Uhr (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Sriharikota im südindischen Andhra Pradesh soll „Mangalyaan“ (Hindi für „Mars-Reisender“) nach etwa 300 Tagen die Marsumlaufbahn erreichen. Die Sonde trägt 25 Kilogramm an Instrumenten und Bildaufnahmegeräten, um die Atmosphäre und die Oberfläche des Himmelskörpers zu studieren. Eine Landung ist nicht geplant.

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