Maschine druckt und bindet in Minuten
Bücher beim Buchhändler drucken

Books on Demand will in Geschäften Maschinen aufstellen, die Bücher auf Verlangen drucken und binden. Auf diese Weise will die Libri-Tochter den Kunden ihre Titel jederzeit ohne Wartefrist in Läden anbieten.
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BERLIN. Buchhändler bieten gern an, sie könnten das Buch bestellen, wenn es gerade nicht vorrätig ist. Aber was, wenn die Lektüre zum sofortigen Gebrauch im Zug oder als Geschenk gedacht ist? Da hilft auch das Angebot, man könne das Buch am darauffolgenden Tag abholen, nicht viel.

In Zukunft könnte es sein, dass der Buchhändler um etwas Geduld bittet und dem Kunden kurz darauf ein druckfrisches Exemplar des verlangten Buches überreicht. Dafür will Books on Demand sorgen, indem es in Buchläden so genannte Espresso Book Machines (EBM) aufstellt.

Das gut 2,70 Meter große Ungetüm ist eine Kombination aus Laserdrucker, Binde- und Schneidemaschine. Entwickelt wurde sie von dem New Yorker Unternehmen On Demand Books. In wenigen Minuten produziert eine EBM aus einer Datei auf dem Computer ein fertiges Taschenbuch. Laut Hersteller dauert die Produktion eines 300 Seiten dicken Buches etwa drei Minuten.

„Wir sehen in der Espresso Book Machine einen zusätzlichen Vertriebskanal, über den unsere Titel vor Ort für den Kunden verfügbar gemacht werden“, sagt Moritz Hagenmüller, Geschäftsführer von Books on Demand. „Buchhandlungen und Bibliotheken können auf diese Weise ihr Sortiment stark erweitern und auch Nischen- und kleinauflagige Titel gewinnbringend anbieten.“

Books on Demand will über die EBMs seine rund 70 000 Titel aus dem eigenen Sortiment sowie Titel von Lightning Source und weiteren kooperierenden Verlagen anbieten. Dazu gehörten die Bücher der rund 10 000 Books-on-Demand-Autoren, aber auch vergriffene Titel, die andere Verlage auf diese Weise Kunden weiterhin zugänglich machen wollen, sagte Friederike Künzel, Sprecherin von Books on Demand. Das Spektrum umfasse Romane ebenso wie Sachbücher.

Die erste Maschine solle noch im Jahr 2008 aufgestellt werden, sagte Künzel weiter. Als Ort kommen neben Buchhandlungen auch Bibliotheken oder öffentliche Orte wie Flughäfen in Frage. Die Zahl der aufgestellten Geräte will das Unternehmen von der Resonanz abhängig machen.



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