Forschung + Innovation
Medikamentenmix könnte tausende Herzinfarktpatienten retten

Ein Mix aus Aspirin und einem Blutgerinnsel-Hemmer könnte jährlich tausenden Herzinfarktpatienten das Leben retten.

dpa LONDON. Ein Mix aus Aspirin und einem Blutgerinnsel-Hemmer könnte jährlich tausenden Herzinfarktpatienten das Leben retten. Die Kombination von Aspirin mit dem Wirkstoff Clopidogrel löse die gefährlichen Arterienverstopfungen bei einem Infarkt besser auf und sollte daher als Routinebehandlung erwogen werden.

Das schreibt Zhengming Chen von der Universität Oxford (Großbritannien) im britischen Medizinjournal „The Lancet“ (Bd. 366, S. 1 607). Clopidogrel ist auch in Deutschland zugelassen. Weltweit erleiden jährlich rund zehn Millionen Menschen einen Herzinfarkt.

Chen und Kollegen untersuchten 45 800 Herzinfarktpatienten aus 1 250 Krankenhäusern in China. Zusätzlich zur täglichen Dosis Aspirin bekam die eine Hälfte der Probanden bis zu vier Wochen lang 75 Milligramm Clopidogrel am Tag, die andere Hälfte ein wirkstoffloses Scheinmedikament (Placebo). Dabei zeigte sich, dass Clopidogrel die Zahl erneuter Infarkte und Schlaganfälle um neun Prozent reduzierte. Sieben Prozent aller Todesfälle ließen sich so vermeiden. Eine Zunahme lebensgefährlicher Blutungen - eine der möglichen Nebenwirkungen - sei nicht beobachtet worden.

„Würde die frühzeitige Clopidogrel-Therapie in den Kliniken nur einer Million der jährlich zehn Mill. Herzinfarktpatienten verabreicht, würde das nach derzeitigen Erkenntnissen etwa 5 000 Todesfälle sowie 5 000 nicht tödliche neue Infarkte und Schlaganfälle verhindern“, meint Chen. Möglicherweise ließen sich diese Zahlen durch eine Langzeitbehandlung sogar noch steigern. Allerdings würden Nutzen und Risiken einer solchen Langzeittherapie erst erforscht. Clopidogrel hatte sich bereits bei einer bestimmten Form von Herzinfarkten, die bei den untersuchten Patienten in China etwa sieben Prozent der Fälle ausmachte, als hilfreich erwiesen.

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