Mediziner diskutieren über Aids-Therapien
Noch ist die Immunschwäche nicht heilbar

Forscher und Mediziner aus mehr als 120 Ländern diskutieren seit Sonntag in Paris über den Kampf gegen Aids. Im Mittelpunkt stehen gezieltere Therapiemethoden, die Suche nach einem Impfstoff gegen das tödliche Virus sowie die Finanzierung der Behandlung.

dpa/HB DÜSSELDORF. Forscher und Mediziner haben noch kein Medikament gefunden, mit dem sich das Humane Immunschwäche-Virus (HIV) aus dem Körper vertreiben lässt. Weltweit leben etwa 42 Mill. Menschen mit HIV und Aids. Allein 2002 starben 3,1 Mill. Menschen an der Immunschwächekrankheit. Seit 1983 haben sich mehr als 60 Mill. Menschen mit HIV angesteckt, wovon mehr als ein Drittel gestorben sind. Das Aidsvirus wurde vor rund 20 Jahren erstmals isoliert. Es vermehrt sich in einer besonderen Klasse von Immunzellen – den T-Helfer-Zellen – und vernichtet sie dabei.

Die T-Helfer Zellen erkennen für gewöhnlich eingedrungene Fremdkörper und mobilisieren das Abwehrsystem. Mediziner vergleichen diese Attacke mit einem „Feuer bei der Feuerwehr“. Ohne die T-Helfer-Zellen wird der Körper für viele Krankheitserreger blind. In der Folge können sich zahlreiche andere Krankheiten weitgehend ungehemmt im Körper ausbreiten. Sonst harmlose Infektionen werden für den Patienten damit zur tödlichen Bedrohung.

HIV kann in den befallenen Abwehrzellen, dem Gehirn oder in den Geschlechtsorganen lange Zeit überleben. Das Aidsvirus bringt seine Erbinformation nicht in Form von DNA (Desoxyribonukleinsäure) mit in die Zelle. Es enthält die chemisch verwandte RNA (Ribonukleinsäure). Das Virus-Enzym schreibt diese RNA erst in der infizierten Zelle in DNA um. Nur diese wird in das Erbgut des Menschen eingebaut und dient als Bauanleitung für neue Viren.

Der Ausbruch und die Symptome lassen sich bislang mit Medikamenten nur herauszögern. Infizierte und Kranke sind ein Leben lang auf Medikamente angewiesen. Die in den Medikamenten enthaltenen Substanzen werden in vier große Klassen eingeteilt. Ihr Angriffsziel sind die Enzyme der Viren, mit denen sie in die Zelle eindringen und sich vermehren. So blockiert der erst im März zugelassene Wirkstoff „Enfuvirtide“ bereits das Eindringen der Viren in die Immunzellen.

Die Behandlung von Aids wird jedoch dadurch erschwert, dass die Viren gegen die Medikamente resistent werden. Ein Mix aus Medikamenten aller Substanzklassen soll das verhindern. Diese Kombinationstherapie kann bei HIV-Infizierten außerdem den Krankheitsausbruch verzögern.

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