Mehr Komfort und Qualität
Hörgeräte verschwinden unsichtbar im Kopf

Die Medizin schreitet immer weiter voran: Was vor Jahren noch eine Utopie war, wird nun in Form von Hörgeräten Realität, die sich komplett implantieren lassen. Die Systeme „Esteem“ und „Carina“ versprechen mehr Komfort und höhere Qualität im Vergleich zu normalen Geräten.

TÜBINGEN/DÜSSELDORF. Schlecht zu hören, ist für ältere Menschen ein großes Problem. Dennoch tragen viele kein Hörgerät, weil sie nicht möchten, dass ihre Umwelt von ihrem Handicap erfährt. Ihnen kann jetzt geholfen werden. Gleich zwei amerikanische Firmen bieten auf dem europäischen Markt ein vollimplantierbares Hörgerät an, das von außen nicht sichtbar ist. Die US-Firma Envoy Medical aus Saint Paul, Minnesota, besitzt seit einem Jahr die europäische Zulassung für ihr vollimplantierbares Hörgerät „Esteem“. Im Oktober 2006 folgte Otologics aus Boulder, Colorado, mit dem Gerät „Carina“.

„Vollimplantierbare Systeme werden sich langfristig als Alternative etablieren“, sagt Rudolf Leuwer vom Klinikum Krefeld. Dieser Trend, sei nicht aufzuhalten. Die Hersteller versprechen eine nie gekannte Hörqualität. Weitere Vorteile: Der Gehörgang bleibt frei, keine Probleme mehr mit Schwitzen und womöglich Entzündungen. Keine lästigen Pfeiftöne mehr durch Rückkopplungen. Und vor allem: Niemand sieht, dass man einen Hörschaden hat.

Die beiden Implantate sind ähnlich, in der Funktionsweise gibt es aber Unterschiede. Beim Esteem platzieren die Ärzte einen piezoelektrischen Sensor am mittleren der drei Knöchelchen im Mittelohr. Der überträgt die feinen Vibrationen der Gehörknöchelchenkette in elektrische Signale und schickt sie an einen hinter dem Ohr implantierten Prozessor. Verstärkt gehen sie von dort an ein zweites Piezoelement, das sie am Steigbügel, dem Knöchelchen direkt vor dem Innenohr, wieder in Vibrationen umsetzt.

Der Verzicht auf Digitaltechnik und der besonders geringe Stromverbrauch der Piezoelektrizität machte es beim Esteem möglich, eine Batterie gleich mit zu implantieren. Allerdings ist nach etwa vier Jahren ein Batteriewechsel fällig und damit eine weitere Operation, die allerdings weniger aufwändig ist als die erste.

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