Mission Rosetta
Tauwetter auf Komet Tschuri

Für ein vorläufiges Ende der Eiszeit auf dem Kometen Tschuri hat die Annäherung des Himmelskörpers an die Sonne gesorgt. Die Raumsonde Rosetta konnte die Entwicklung des Tauwetters auf Tschuri genau beobachten.

Rom/LondonDer Komet Tschuri hat bei seinem Flug Richtung Sonne ein ähnliches Tauwetter erlebt wie die Alpen im Frühjahr. Das beobachtete die europäische Raumsonde Rosetta an einer eisbedeckten Region des Kometen.

Wie an einem sonnigen Frühlingstag in den Alpen schmolz dort Wassereis, sobald die Sonne aufging, und verflüchtigte sich zum Teil. Sobald die Sonne unterging, gefror das verbliebene Wasser wieder. Ein internationales Forscherteam um Maria Cristina de Sanctis vom Astrophysikalischen Institut INAF in Rom stellt die Rosetta-Beobachtungen in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature vor.

Die Wissenschaftler hatten für die Studie eine besonders eisreiche Region an einem dünnen Bereich von Tschuri ausgewählt, der die beiden großen Teilstücke des Kometenkerns verbindet. Ein Wasser-Eis-Kreislauf wie er dort jetzt beobachtet wurde, war schon früher als ein Antrieb der schwankenden Aktivität von Kometenkernen postuliert worden, konnte bislang aber nicht nachgewiesen werden.

Die Forscher nehmen an, dass der von Rosetta nun erstmals aufgezeichnete Kreislauf typisch für Kometen ist und sich damit auch der schwankende Wasserdampfausstoß von Schweifsternen wie 9P/Tempel 1 und 103P/Hartley 2 erklären lässt. Generell verändert sich Tschuri, der offiziell 67P/Tschurjumow-Gerassimenko heißt, durch die Sonneneinstrahlung stark.

Erst kürzlich hatten andere Forscher berichtet, dass aus einem auffällig gezackten Steilhang im Laufe der Annäherung an die Sonne zwei beckenförmige Vertiefungen geworden waren. Auch diese Beobachtung stammt aus der Zeit vor der größten Annäherung des Kometen an die Sonne Mitte August.

Daten zur schwankenden Eisschmelze genau während des Vorbeiflugs von Tschuri an der Sonne im August und danach sind noch nicht veröffentlicht, da es oft einige Monate dauert, bis ein Fachjournal eine Arbeit überprüft und druckt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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