Mit den ersten privaten Raumflugzeugen soll eine neue Luftfahrt-Epoche eingeläutet werden
Weltraumwettlauf geht in die letzte Phase

In den kommenden Wochen könnte eine neue Epoche der Luft- und Raumfahrt beginnen: Erste Projekte für eine kommerzielle bemannte Raumfahrt ohne staatliche Subventionen stehen kurz vor einem Erfolg. Nicht weniger als 26 Teams aus sieben Nationen konkurrieren derzeit miteinander darum, das ehrgeizige Vorhaben zu verwirklichen.

DÜSSELDORF. Angespornt werden die Teams von einem ungewöhnlichen Wettbewerb, den die Ansari-X-Prize Foundation in St. Louis/Missouri ausgeschrieben hat: Die Stiftung hat zehn Millionen Dollar Preisgeld für die Entwicklung eines ersten, privat finanzierten kleinen Weltraum-Flugzeugs ausgesetzt. Die Summe wurde bereits 1996 ausgelobt für denjenigen, der es als erster schafft, bis 2005 ein Luft- und Raumfahrzeug zu entwickeln und zu starten, mit dem drei Personen auf 100 Kilometer Höhe transportiert werden können.

Dort oben sollen sie dann einige Minuten die Schwerelosigkeit genießen, um anschließend im Gleitflug wieder zurück zur Erde zu kehren. Die Ausschreibung beinhaltet auch, dass dieser Flug die Passagiere nicht mehr als 100 000 Dollar kosten darf und innerhalb von 14 Tagen mit demselben Fahrzeug wiederholt werden kann. Zum Vergleich: Ein Raumtransporter-Start schlägt heute mit rund 500 Millionen Dollar zu Buche.

Wie sie das vorgegebene Ziel erreichen, bleibt den Teilnehmern des Wettbewerbs selbst überlassen. So arbeiten sie an völlig verschiedenen Konzepten. Diese reichen von ein- und zweistufigen Raketen über Starts, die vom Flugzeug aus erfolgen sollen, bis hin zu enormen Ballons, von denen Raketen oder Weltraum-Kapseln in großer Höhe auf Kurs gehen sollen.

Gegenwärtig gilt das Team des sechzigjährigen Burt Rutan als Favorit; es wird von Milliardär und Microsoft-Mitbegründer Paul Allen unterstützt. Rutan, Luftfahrt-Pionier und Chef der Firma Scaled Composites mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Entwicklung von Kunststoff-Flugzeugen, hatte schon am 21. Juni diesen Jahres mit seinem „SpaceShipOne“ die vorgeschriebene Höhe von 100 Kilometern erreicht – allerdings mit einigen Schwierigkeiten. Das futuristisch anmutende, kleine Raumfahrzeug mit einer Flügelspannweite von fünf Metern wurde von dem ebenfalls neu entwickelten Trägerflugzeug „White Knight“ (Weißer Ritter) auf 16 Kilometer Höhe geschleppt und dort ausgeklinkt.

Mike Melvill, Pilot von SpaceShipOne, zündete dann den Raketenmotor seines Fahrzeugs und raste auf eine Gipfelhöhe von 100,1 Kilometer – eigentlich geplant waren 110 Kilometer. Danach kehrte der kleine Weltraumflieger – wie schon zuvor sein Trägerflugzeug – im Gleitflug zur Erde zurück und setzte mit etwa 150 Kilometer pro Stunde sicher auf. Das SpaceShipOne wird im Wesentlichen aus Kohlefaser-Epoxit hergestellt. Es verfügt über eine Druckkabine, so dass weder Pilot noch Passagiere Druckanzüge benötigen. Aus Gewichtsgründen werden keine Schleudersitze eingebaut.

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