Mondsonde Grail
Grail-Zwillingssonden sind auf ihrer Bahn um den Mond

Die Weltraumflugkörper sollen das Gravitationsfeld des Mondes erkunden. Die Daten sollen neue Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Mond-Oberfläche ermöglichen.
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Washington/Los Angeles Die zweite Erkundungssonde der US-Raumfahrtbehörde NASA ist am Neujahrstag in die Umlaufbahn des Mondes eingeschwenkt. Grail-B (Gravity Recovery And Interior Laboratory) schwenkte am Abend des Neujahrstages auf den Mond-Orbit ein, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa in Pasadena (Kalifornien) per Twitter mit. Alles verlaufe nach Plan, hieß es weiter.

Bereits einen Tag zuvor war der Zwillings-Satellit Grail-A auf seine Bahn um den Mond eingeschwenkt. Im März sollen beide Sonden ihre Arbeit aufnehmen. Die Weltraumflugkörper sollen das Gravitationsfeld des Mondes erkunden und so Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Oberfläche ermöglichen.

Die Sonden, beide etwa so groß wie eine Waschmaschine, waren am 10. September mit derselben Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ins All gestartet, hatten sich dann aber unabhängig voneinander auf die Reise zum Mond begeben.

Grail soll das Schwerefeld des Mondes hundert- bis tausendmal genauer bestimmen als bisher. Astronomen erwarten sich davon Aufschlüsse über die innere Struktur des Erdtrabanten.

Die beiden Sonden sollen so manövriert werden, dass sie mit etwa 100 Kilometern Abstand in einer Tandemformation hintereinander herfliegen. Derart komplizierte Manöver seien bei einer Erkundungsmission außerhalb der Erde bislang noch nie geflogen worden, betonte die NASA.

Während der 82 Tage langen Messphase werden die Sonden winzige Schwankungen im Schwerkraftfeld des Mondes kartieren. Wegen dieser Unterschiede, die von Gebirgen und Tälern, aber auch unterirdischen Masseänderungen hervorgerufen werden, fliegen die Sonden jeweils etwas schneller oder langsamer. Diese Geschwindigkeitsänderungen überwachen die Grail-Zwillinge dabei gegenseitig.

Auf diese Weise entsteht eine im Vergleich zu bisherigen Messungen etwa hundertmal genauere Schwerkraftkarte der Vorderseite des Mondes und eine tausendmal genauere Schwerkraftkarte der Rückseite. Diese Karten erlauben Einblicke in die innere Struktur des Erdtrabanten, von der Kruste bis zum Kern.

Wissenschaftler erwarten die Ergebnisse schon gespannt. „Nach dieser Mission werden die Fachbücher über die Entstehung des Mondes neu geschrieben werden müssen“, sagte Grail-Forscherin Maria Zuber vom Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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