Multifunktionale Textilien
Tasche lädt Handy auf

Strickpulli und Wollsocken waren gestern. Heutzutage statten viele Hersteller ihre Textilien mit zusätzlichen Funktionen aus. Von der Handy-Ladestation in der Umhängetasche bis zur beheizbaren Unterwäsche - für moderne Kleidungsstücke reicht es nicht mehr, einfach nur gut auszusehen.

DÜSSELDORF. Neue innovative Textilien sind ganz schön praktisch. Wenn Oliver Stollbrock unterwegs ist, muss er zum Telefonieren nur ein paar Knöpfe auf dem Ärmel seiner Winterjacke drücken. Falls der Akku des Handys leer ist, liefert ein Solarmodul auf der Vorderseite seiner Umhängetasche genügend Strom um das Telefon wieder aufzuladen. Und sollte es einmal richtig kalt werden, aktiviert der Unternehmer einfach das Steuergerät seiner elektrisch beheizbaren Unterwäsche – und schon wird er gewärmt.

Stollbrock nutzt all diese Dinge auch beruflich. Mit seinem Unternehmen Fashion Innovation Service vermarktet der 38-Jährige Kleidungsstücke mit außergewöhnlichen Zusatzfunktionen und setzt damit auf einen neuen Trends in der Bekleidungsindustrie. Attribute wie atmungsaktiv, bügelfrei und wasserfest reichen schon lange nicht mehr. Die Branche kämpft seit Jahren mit Umsatzrückgängen. Um sich von Billigimporten aus Asien abzuheben, suchen vor allem kleinere Hersteller nach innovativen Nischenprodukten mit neuen Funktionen.

„Kaufentscheidungen für Kleidung werden im Moment noch nach den drei Kriterien Marke, Mode und Preis getroffen. Doch die Funktion als viertes Kriterium wird immer wichtiger werden“, sagt Stollbrock. Mehr als 50 Anbieter gibt es inzwischen in Deutschland, schätzt der Unternehmer. Wobei er zwischen intelligenten Textilien und sogenannten Wearable Electronics unterscheidet: Bei intelligenten Textilien liegen die Zusatzfunktionen unmittelbar im Material, wie etwa bei antibakteriellen Socken oder selbstreinigenden Jacken. Wearable Electronics sind Kleidungsstücke, die zusätzlich mit Elektronik ausgestattet sind. Die Firmen bieten Handschuhe mit Heizung, Jacken mit eingenähten Solarzellen und Navigationssystem sowie Sport-BHs mit integrierter Pulsuhr.

Auch die beheizbare Unterwäsche des thüringischen Mittelständlers WarmX gehört dazu. Die Entwickler haben versilberte Polyamidfäden in den Stoff eingewebt. Der Akku in der Steuerungseinheit liefert den Strom, der die leitfähigen Fasern erwärmt. „Wir wollten etwas Praktisches machen“, sagt WarmX-Geschäftsführer Christoph Müller. Seine Zielgruppe sind Jäger, Angler und Wintersportler, aber auch Rheumapatienten und Berufstätige, die im Winter draußen arbeiten. Mehrere tausend Stück hat Müller verkauft.

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