Nachgefragt: J. L. Encarnacao
„Preise sind nach unten gegangen“

Professor José Luis Encarnacao ist Direktor des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung.

Wo liegen die Stärken der deutschen Virtual Engineering-Entwickler?

Bei Themen wie Virtual Reality und Augmented Reality haben die deutschen Entwickler mindestens gleichzeitig mit den amerikanischen Forschern angefangen, wenn nicht sogar etwas früher. Die Ansätze in Deutschland waren stark ingenieurwissenschaftlich geprägt und gekennzeichnet durch eine industrielle Begleitung und Finanzierung. Diese Praxisorientierung ist eine der Stärken der deutschen VR-Entwicklung. Die Forscher in den USA dagegen waren eher von der Technologie selbst, als von Anwendungen getrieben.

Wo liegen die Gründe hierfür?

Die deutsche Automobilindustrie war von Anfang an in diesem Gebiet interessiert und aktiv. Schon vor Virtual Reality und Augmented Reality war Rapid Prototyping dort ein Thema, und virtuelle Technologien haben geholfen, Rapid Prototyping weiter zu entwickeln. Man hat also nicht eine Technologie entwickelt und dann eine Anwendung gesucht, sondern man hatte von Anfang an eine sehr anspruchsvolle und breite Anwendung im Auge.

Ist Virtual Reality vor allem ein Thema der großen Konzerne oder spielt es auch im Mittelstand eine Rolle?

Sicherlich ist die Entwicklung nicht vom Mittelstand geprägt worden, aber die Automobilindustrie etwa ist ein riesiger Auftraggeber des Mittelstands. Wenn eine Aufbereitung der Daten elektronisch mit VR-Systemen realisiert wird, müssen sich die Mittelständler an die Technologie anpassen und auch damit arbeiten, um für die Auftraggeber interessant zu bleiben.

Ist VR für den Mittelstand nicht viel zu teuer?

Die Technologie hat sich noch vor wenigen Jahren in Millionen- Dimensionen bewegt, ist aber im Preis inzwischen stark nach unten gegangen. Die Kosten bewegen sich nun teilweise schon im fünfstelligen Bereich.

Die Fragen stellte Pia Grund-Ludwig.

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