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Nächster Shuttle-Start nicht vor 4. März 2006

Die US-Weltraumbehörde Nasa will wegen ungelöster technischer Probleme am Außentank frühestens am 4. März kommenden Jahres wieder eine Raumfähre starten. Das teilte der Direktor für Weltraumoperationen Bill Gerstenmaier am Donnerstag in Washington mit.

dpa WASHINGTON. Die US-Weltraumbehörde Nasa will wegen ungelöster technischer Probleme am Außentank frühestens am 4. März kommenden Jahres wieder eine Raumfähre starten. Das teilte der Direktor für Weltraumoperationen Bill Gerstenmaier am Donnerstag in Washington mit.

Statt der Raumfähre „Atlantis“ soll dann erneut die „Discovery“ zur internationalen Raumstation ISS fliegen. Nasa-Direktor Michael Griffin ging außerdem auf einen Bericht von sieben der 26 Mitglieder einer unabhängigen Kontrollkommission ein, die ein vernichtendes Urteil über die Vorbereitung des letzten Shuttle-Starts gefällt hatten. Bei der Nasa seien Zeitpläne weiterhin wichtiger als die Sicherheit, und die Weltraumbehörde habe nichts aus früheren Fehlern gelernt, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Anlage zum Abschlussbericht des Kontrollgremiums.

Die Nasa-Führung muss nach Auffassung der sieben Experten, darunter zwei frühere Astronauten, endlich den Kreislauf durchbrechen, in dem Selbstgefälligkeit Fachwissen ersetze. Fehler des Managements und fehlende Verantwortlichkeiten hätten Zeit und Geld gekostet. „Wir waren insgesamt enttäuscht“, heißt es in der 19 Seiten langen Anlage der Gruppe weiter.

Dagegen bescheinigt die Mehrheit der Experten in ihrem 216 Seiten langen Abschlussbericht der Nasa, dass sie mit Riesenschritten die Bedingungen verändert habe, die im Februar 2003 zum tödlichen Absturz der Raumfähre „Columbia“ geführt hätten. Die Mehrheit nennt auch das Abfallen von Schaumstücken wie beim Start der „Discovery“ unvermeidlich. Sie weist in dem Bericht darauf hin, dass Beschädigungen im Weltall entdeckt und möglicherweise repariert werden können.

Nach den Worten von Griffin ist die „harte Wahrheit“ der Minderheitengruppe notwendig für die Verbesserung der Sicherheit. Es gebe keine Vertrauenskrise innerhalb der Nasa, sagte Griffin. Bei 113 Starts bis zum Unglück der „Columbia“ habe sich niemand um lösende Schaumstücke am Außentank gekümmert. Danach seien bis auf fünf Stellen in den vergangenen zweieinhalb Jahren alle Fehler behoben worden. Fast alles habe funktioniert, sagte Griffin. Den Zwischenfall mit einem großen Stück Schaumstoff, das sich beim Start von der „Discovery“ gelöst hatte, nannte Griffin „sehr peinlich“.

Griffin zufolge will die Nasa trotz der weiteren Startverschiebungen ihre internationalen Verpflichtungen zum Ausbau der internationalen Raumstation erfüllen.

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