Neuartiges Gerät sperrt im Ernstfall Strom- und Gasleitungen
Frühwarnsystem spürt Erdbeben auf

Jährlich ereignen sich rund 20 000 Erdbeben weltweit. In die Schlagzeilen geraten allerdings nur die allerschlimmsten, etwa das Beben in Südostasien, das im vergangenen Dezember einen Tsunami auslöste. Mit 9,3 auf der Richter-Skala war es das zweitstärkste je gemessene Erdbeben der Geschichte. Vorwarnsysteme könnten hier Leben retten. Das neue System „Life-Patron“ zur frühzeitigen Erkennung von Erdbeben wurde jetzt mitten im erdbebenlosen Ruhrgebiet von Secty-Electronics, Castrop-Rauxel, in Kooperation mit dem Geo-Forschungszentrum Potsdam (GFZ) entwickelt.

DÜSSELDORF. „Das Herzstück unseres Systems bilden die Sensorik und die Analyseelektronik zur Detektion und Auswertung von Erdbebenschwingungen“, sagt Heinrich Lachenit, Geschäftsführer von Secty-Electronics. Denn jedes Erdbeben kündigt sich durch ganz spezielle Wellenmuster der Erdschwingungen an.

Besonders interessant sind die P(rimär)- und S(ekundär)-Wellen. Erstere bewegen sich schneller und erreichen einen vom Erdbebenherd entfernten Ort früher als die langsameren S-Wellen. P-Wellen sind wie der Schall so genannte Verdichtungswellen. Tiere können sie wahrnehmen und reagieren darauf mit Unruhe. S-Wellen dagegen können sich im Gegensatz zu P-Wellen nur in festen Körpern und nicht in Flüssigkeiten und Gasen ausbreiten.

Aus der zeitlichen Differenz zwischen dem Eintreffen der Wellentypen am Messort kann die Entfernung zum Erdbebenherd bestimmt werden. Um den Erdbebenherd zu lokalisieren, müssen an drei verschiedenen Orten die Messungen durchgeführt werden. „Life-Patron“ kann die beiden Wellentypen aufspüren. Aus der Zeitdifferenz zwischen ihnen ergibt sich dann die Vorwarnzeit vor dem Beben. Mitunter beträgt die zwar nur Sekunden, doch die können nach Lachenit ausreichen, um Leben zu retten.

„Die Detektion der P-und S-Wellen zur Erkennung eines Erdbebens gibt es nur bei ganz wenigen Systemen“, sagt Claus Milkereit, Forscher im GFZ, der das Projekt betreut. Die Entwicklung von „Life-Patron“ ging verhältnismäßig schnell: Nur ein Jahr haben die Wissenschaftler zu dessen Fertigstellung gebraucht. Dabei mussten wichtige Aspekte beachtet werden. „Es war entscheidend ausschließen, dass etwa die Erschütterung durch einen vorbeifahrenden LKW einen Fehlalarm auslöst“, sagt Milkereit. Und es wurden noch weitere Funktionen in „Life-Patron“ eingebaut.

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