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Neurologen: Demenzerkrankungen sind „tickende Zeitbombe“

Die Zahl der Demenzkranken wird sich in den kommenden 25 Jahren von derzeit mehr als einer Million Menschen nach Experten-Einschätzung noch verdoppeln. Der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte, Frank Bergmann, sprach am Samstag beim 3.

dpa KöLN. Die Zahl der Demenzkranken wird sich in den kommenden 25 Jahren von derzeit mehr als einer Million Menschen nach Experten-Einschätzung noch verdoppeln. Der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte, Frank Bergmann, sprach am Samstag beim 3. Neurologen- und Psychiatertag in Köln von einer „tickenden Zeitbombe“.

Besonders wichtig sei es, die Früherkennung von Demenzerkrankungen weiterzuentwickeln sowie die Angehörigen als Hauptlasttragende bei Pflege und Betreuung zu schulen. Die häufigste Demenzerkrankung ist die Alzheimer-Krankheit, an der etwa 70 Prozent der Demenzpatienten leiden. „Je früher eine Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert wird, desto besser und effektiver können wir die Patienten behandeln“, betonte Bergmann.

Derzeit gebe es 700 000 Alzheimer-Patienten in Deutschland und jedes Jahr kommen dem Nervenärzte-Berufsverband zufolge 200 000 weitere Erkrankungen hinzu. Viele Patienten würden aber „nur unzureichend oder gar nicht behandelt“, kritisierte Bergmann bei der Tagung mit 150 Fachärzten.

Nur 13 Prozent der Alzheimer-Patienten, die gesetzlich krankenversichert sind, werden bei den Medikamenten nach dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung behandelt, sagte der Verbandsvorsitzende unter Berufung auf eine aktuelle Studie. Rund 50 000 Alzheimer-Patienten würden medizinisch nicht ausreichend versorgt. Frühe Anzeichen der Krankheit würden von Angehörigen wie Ärzten oft als normale Alterserscheinungen heruntergespielt.

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