Raumfahrt
„Atlantis“ dockt von ISS ab

Zwei Tage nach ihrem Start wird die Raumfähre „Atlantis“ heute an der Internationalen Raumstation ISS ankoppeln. Dabei nähert sich die mehr als 100 Tonnen schwere Raumfähre senkrecht und ganz langsam der 183 Tonnen schweren Raumstation an.

dpa MOSKAU/WASHINGTON. Wachablösung im Weltall: Die erste Weltraumtouristin Anousheh Ansari (40) fliegt an diesem Montag zusammen mit der neuen Langzeitbesatzung zur Internationalen Raumstation ISS. Am Sonntag hatte dort die Raumfähre „Atlantis“ nach arbeitsreichen Tagen mit sechs Astronauten an Bord abgedockt.

Die Shuttle-Mannschaft hatte unter anderem Sonnensegel montiert zur besseren Energieversorgung des Außenpostens der Erde. Auf dem russischen Weltraumbahnhof Baikonur liefen am Sonntag die letzten Vorbereitungen für den Start der Sojus-Trägerrakete mit der winzigen Kapsel Sojus TMA-9. Die drei Besatzungsmitglieder Michail Tjurin (Russland), Michael Lopez-Alegria (USA) und Ansari wurden von den Betreuern früh schlafen geschickt, weil der Start schon für 6.08 Uhr Mesz am Montag angesetzt war.

Lopez-Alegria und Tjurin werden ein halbes Jahr lang auf der ISS arbeiten. Die Ingenieurin und Unternehmerin Ansari soll schon nach elf Tagen im All mit der abgelösten Besatzung, dem Russen Pawel Winogradow und dem Amerikaner Jeffrey Williams, auf die Erde zurückkehren. Der deutsche Astronaut Thomas Reiter bleibt noch bis Ende Dezember in der Raumstation. Er hatte sich zusammen mit den anderen beiden Langzeit-Astronauten als Fremdenführer für die Stadtion betätigt, als die „Atlantis“-Besatzung für ihre schwere Montagearbeit bei drei Außeneinsätzen mit einem halben freien Tag belohnt wurde.

Bevor sich der Space-Shuttle „Atlantis“ auf den Rückweg zur Erde machen wird, umkreiste er zunächst noch einmal die Stadtion. Dabei sollten die Astronauten vor allem die neuen Sonnensegel fotografieren, so dass die US-Weltraumbehörde Nasa prüfen kann, ob damit alles in Ordnung ist. Die Landung auf der Erde ist für Mittwoch in Cape Canaveral (Florida) geplant.

Ansari, Amerikanerin persischer Herkunft, erfüllt sich mit dem Flug einen Kindheitstraum. Doch sie habe sich professionell auf den Flug vorbereitet, lobte der Chefkonstrukteur des Raketenbaukonzerns Energija, Nikolai Sewastjanow. „Als Frau bin ich stolz auf meine Tochter, als Mutter mache ich mir Sorgen“, sagte Ansaris Mutter Fahri Shahidi nach Angaben der Agentur Itar-Tass vor dem Start in Baikonur. „Es war ihr Traum. Ich weiß, dass sie sicher zur Erde zurückkehrt.“ Ansari hat für ihren Flug etwa 20 Mill. Dollar (15,7 Mill. Euro) an die russische Weltraumbehörde Roskosmos gezahlt.

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