Raumfahrt
Dritter Anlauf für „Endeavour“-Start

Daumendrücken auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral: Nach zwei verschobenen Startterminen wegen eines Tanklecks unternimmt die Nasa am Sonntag einen weiteren Anlauf, die Raumfähre "Endeavour" endlich ins All zu bringen.

dpa WASHINGTON. Die vorgesehene Startzeit ist 1.39 Uhr deutscher Zeit. Doch diesmal könnte das Wetter der Nasa einen Strich durch die Rechnung machen. Über dem Weltraumbahnhof im Bundesstaat Florida brauten sich dunkle Gewitterwolken zusammen.

Es drohe eine 60-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Start wegen einer Schlechtwetterfront abgesagt werden muss, gab die US- Weltraumbehörde (Nasa) am Donnerstag (Ortszeit) bekannt. Ziel des Shuttle mit sieben Astronauten an Bord ist die Internationale Raumstation ISS, die weiter ausgebaut werden soll.

Ansonsten geben sich die Nasa-Ingenieure nach den herben Enttäuschungen der vergangenen Wochen betont optimistisch. "Alle Systeme sind in exzellentem Zustand", meinte Test-Direktor Steve Payne. ""Endeavour" und das Team sind zum Start bereit."

Eigentlich hätte der Shuttle bereits vor rund einem Monat abheben sollen. Um eine allzu große Verzögerung zu vermeiden, hatten die Nasa-Ingenieure zunächst noch versucht, das Leck am riesigen Außentank des Orbiters rasch zu beheben. Doch die Sicherheit der Astronauten ging vor: Selbst kleinste Unregelmäßigkeiten an dem mit flüssigem Wasserstoff und Sauerstoff gefüllten Tank gelten als äußerst heikel und brandgefährlich.

Startverschiebungen sind bei den US-Raumfähren fast schon zur Routine geworden. Immer wieder sind es die Tanks, Tankleitungen oder-sensoren, die Probleme bereiten. Bereits seit längerem gelten die Shuttles, die seit über einem Vierteljahrhundert im Einsatz sind, als Sicherheitsrisiko. Im nächsten Jahr sollen die drei verbliebenen Orbiter "Endeavour", "Atlantis" und "Discovery" ausgemustert werden. Doch bis zum nächsten Sommer soll es noch rund ein halbes Dutzend Starts geben.

Hauptaufgabe während der 16-tägigen "Endeavour"-Mission ist es, eine gut vier Tonnen schwere Logistikplattform am japanischen Raumlabor Kibo der ISS anzubringen. Darauf sollen später Instrumente für Experimente im All installiert werden. "Eine Veranda im Weltall", nennt die Nasa die Plattform. Dort sollen etwa eine Röntgenkamera sowie Instrumente zur Untersuchung von kosmischem Staub installiert werden. Insgesamt sollen die Astronauten fünf Außeneinsätze absolvieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%