Raumfahrt
Raumfähre „Discovery“ koppelt an ISS an

Zwei Tage nach dem Start der Raumfähre „Discovery“ hat der Astronaut Thomas Reiter als erster Deutscher die Internationale Raumstation ISS erreicht.

dpa HOUSTON/WASHINGTON. Zwei Tage nach dem Start der Raumfähre „Discovery“ hat der Astronaut Thomas Reiter als erster Deutscher die Internationale Raumstation ISS erreicht.

Die „Discovery“ mit der siebenköpfigen Crew koppelte am Donnerstag um 16.52 Mesz in 400 Kilometern über der Erde an die Weltraumstation an. Dieses Manöver wird auch „Kuss im All“ genannt. Dabei nähert sich die mehr als 100 Tonnen schwere Raumfähre senkrecht und ganz langsam der 183 Tonnen schweren ISS. Nach dem Andocken dauert es noch zwei Stunden, bis die Luken geöffnet werden.

Der 48-jährige Reiter bleibt als insgesamt 13. Astronaut zu einem Langzeiteinsatz von mindestens sechs Monaten an Bord. Erstmals seit dem tödlichen Unglück der Raumfähre „Columbia“ vor mehr als drei Jahren arbeiten und leben damit auf der ISS wieder drei Raumfahrer.

Vor dem Andocken begann für die „Discovery“ die zweite Sicherheitsinspektion. Dazu drehte US-Kommandant Steven Lindsey die Raumfähre wie bei einem Looping um die eigene Achse. Aus einer Entfernung von 200 Metern fotografierte die ISS-Besatzung Pawel Winogradow und Jeffrey Wilson mit einem 800 und einem 400 Millimeter langen Objektiv das Hitzeschild an der Nase und den Flügelkanten sowie den Unterboden. Dazu hatten die beiden rund neun Minuten Zeit.

Mit einem bislang nie da gewesenen Aufwand an Video- und Fotodokumentationen will die US-Raumfahrtbehörde Nasa ausschließen, dass Beschädigungen an der Raumfähre zu einem Risiko bei der Rückkehr zu Erde werden. Diese Sicherheitsmaßnahmen sind Pflicht, seit ein Stück Schaumstoff beim Start der Raumfähre „Columbia“ ein Loch in der Hitzeschild schlug und damit die tödliche Katastrophe vom 1. Februar 2003 auslöste.

Nach Auswertung der ersten Daten hat die „Discovery“ den Start am Dienstag ohne große Probleme überstanden. Nach bisherigem Stand sind keine Notreparaturen im Weltraum wie bei dem Flug vor einem Jahr notwendig.

Bei der Inspektion vom Mittwoch sei an der Unterseite der Raumfähre ein Füllstreifen entdeckt worden, der etwas mehr als einen Zentimeter zwischen zwei Hitzekacheln herausstehe, sagte Nasa-Manager John Shannon. Der betreffende Streifen sei im Jahr 1982 eingesetzt worden. Weil die Kacheln an dieser Stelle stärker seien, werde nicht mit Problemen beim Wiedereintritt in die Atmosphäre gerechnet.

Nach der Ankunft wird Reiter sofort die ISS-Besatzung als Bordingenieur verstärken. Am Freitag beginnt dann die „Discovery“- Crew, ihre Raumfähre zu entladen. An Bord sind rund 14 Tonnen Ausrüstungsteile, Nahrung, Wasser und Kleidung.

Die „Discovery“ soll am 14. Juli wieder von der ISS abkoppeln. Am 16. Juli wird sie ihren 32. Weltraumeinsatz beenden und auf dem US- Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida zurückerwartet. Nach bisherigen Nasa- Plänen soll die „Discovery“ im Dezember Reiter von der ISS abholen.

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