Raumfahrt
US-Firma plant Rakete mit Rückfahrschein

Ein US-Unternehmen will eine Weltraumrakete entwickeln, die sich nach dem Absetzen ihrer Last im All selbst zum Startplatz zurücksteuert. Das Konzept würde die Raumfahrt revolutionieren.
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WashingtonDie US-Firma Space X will eine Art Rakete mit Rückfahrschein entwickeln. Das gab Unternehmenschef Elon Musk am Donnerstag (Ortszeit) in Washington bekannt.

Demnach ist geplant, dass die erste und zweite Raketenstufe nach dem Aussetzen einer Raumkapsel im All wieder exakt auf der Startrampe landen, von der sie abgehoben hatten. Das Konzept würde die Raumfahrt revolutionieren.

Anders als die inzwischen eingemotteten Spaceshuttles der Nasa lassen sich Raketen üblicherweise nur einmal verwenden. Ausnahmen bildeten etwa die Feststoff-Raketen, mit denen die schweren Nasa-Shuttles auf den Weg ins All gebracht wurden. Doch auch diese sogenannten SRB (Solid Rocket Booster) landeten nach Verwendung nicht zielgenau auf der Erde, sondern stürzten ins Meer und mussten aufwendig geborgen werden. Ein hoher Kostenfaktor, den das Space-X-Konzept minimieren soll.

Die technischen Probleme seien allerdings groß, erläuterte Musk. „Ich war mir nicht sicher, ob sie gelöst werden können.“ Eine Rakete, die sich selbst zur Erde zurücksteuere, sei viel komplexer als die bisherigen Systeme.

Eine Herausforderung liege auch darin, dass die nötigen zusätzlichen Komponenten das Gewicht erhöhten. Doch in den vergangenen zwölf Monaten, so der Manager, seien die Verantwortlich von Space X zu der Überzeugung gelangt, dass die Probleme gelöst werden könnten.

Das Unternehmen arbeitet zurzeit auch an der Entwicklung eines kommerziellen Raumfahrzeuges, das künftig Astronauten und Nutzlast zur Internationalen Raumstation ISS bringen soll. Die Kapsel hat bereits einen Testflug im Erd-Orbit absolviert.

Nach der Stilllegung ihrer Spaceshuttle-Flotte ist die Nasa bei Astronauten-Reisen zur ISS derzeit auf russische Sojus-Raumschiffe angewiesen. Die Weltraumbehörde hat deshalb mit Space X und anderen privaten Betreibern Verträge über die Bereitstellung von Transportkapazitäten ins All.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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