Raumfahrt
Weltraumschrott fliegt an ISS vorbei

Entwarnung für die Internationale Raumstation ISS: Ein großes Stück Weltraumschrott hat die Station in geringem Abstand passiert. Derweil gehen die Arbeiten am Ausbau der ISS planmäßig voran.
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HB WASHINGTON. Ein großes Stück Weltraumschrott hat am Freitag die Bahn der Internationalen Raumstation ISS gekreuzt. Wie die US-Weltraumbehörde Nasa mitteilte, flogen die Überreste einer europäischen Ariane-5-Rakete in einem Abstand von etwa 1,3 Kilometern an der ISS vorbei. Ein Ausweichmanöver der Raumstation sei nicht notwendig gewesen, sagte ein Nasa-Sprecher. „Wir haben alles genau beobachtet“. Es habe keine Gefahr bestanden.

Stunden vor der unerwarteten Begegnung waren die Arbeiten am Ausbau der ISS weitergegangen. US-Astronaut John Danny Olivas und sein schwedischer Kollege Christer Fuglesang beendeten am frühen Freitagmorgen einen über sechsstündigen „Weltraumspaziergang“, bei dem sie einen neuen, mehr als 800 Kilogramm schweren Ammoniaktank am Temperaturregelungssystem der ISS installierten.

Unterdessen wurde auch der in Deutschland gebaute Weltraumgefrierschrank Melfi II auf der ISS installiert. Das Labor stammt ebenso von der deutschen Niederlassung des Weltraumunternehmens Astrium (Friedrichshafen) wie Melfi-1, das 2006 an Bord der ISS gebracht worden war. In den Spezialgefrierschränken können Laborproben bei minus 80 Grad gelagert werden.

Das Trümmerstück der Ariane-Rakete, das etwa 19 Quadratmeter groß war, kreuzte um etwa 17.00 Uhr MESZ die Bahn der ISS. Experten weisen seit längerem auf Gefahren durch Weltraumschrott hin. Nach Angaben der Europäischen Weltraumbehörde ESA sind derzeit etwa 13 000 Objekte registriert, die größer als zehn Zentimeter sind und damit eine Gefahr für Satelliten oder die Raumstation darstellen könnten.

Insgesamt fliegen bis zu 600 000 Objekte im erdnahen Orbit. Diese erreichen Geschwindigkeiten von mehr als zehn bis elf Kilometern pro Sekunde, das sind rund 40 000 Stundenkilometer.

Bereits am 22. März hatte chinesischer Weltraumschrott die ISS zu einem Ausweichmanöver gezwungen. Um eine Kollision mit Überresten einer chinesischen Rakete zu verhindern, wurde die ISS samt dem auch damals angedockten Shuttle „Discovery“ um 180 Grad gedreht.

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