Resistente Neuzüchtungen
Mehltau wird Pflanzen nichts mehr anhaben können

Kölner Forscher arbeiten an resistenten Neuzüchtungen, die Pflanzenschutzmittel überflüssig machen werden. Die Herstellung von der Mutanten gelingt nicht nur mit gentechnischen Methoden.

HAMBURG. Es sieht aus, als würde feiner Mehlstaub auf den Blättern und Stängeln der Pflanzen liegen. Die Diagnose des Weinbauers: Es handelt sich bei dem weißen Belag um Mehltau – einen Pilz, der nur durch massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden kann, sonst drohen Verluste bei der Ernte.

In der Regel leiden bei einem Mehltau-Befall des Weines auch die Trauben und das führt zu einem Qualitätsverlust beim Wein. Das Interesse an Pflanzensorten, die gegen Mehltau immun sind, ist daher groß, bestätigt der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz-Süd. Zum einen müssten sich Winzer nicht mehr um den Schädlingbefall sorgen, zum anderen ließe sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln senken.

Bisher gibt es nur Pflanzensorten, die lediglich seltener vom Pilz befallen werden oder die gegen einzelne Mehltau-Sorten resistent sind. Ein Freilandversuch in Bayern, bei dem gentechnisch veränderte Riesling-Reben angebaut wurden, scheiterte: Das Experiment fand Anfang des Jahres frühzeitig ein Ende, da sich herausstellte, dass der genmanipulierte Wein ebenso anfällig für Mehltau war wie herkömmliche Pflanzen.

Doch es ginge auch ohne Genveränderung. Forscher vom Kölner Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung haben herausgefunden, dass es zahlreiche Pflanzen gibt, die sich selbst gegen den Pilz schützen. So genannte MLO-Mutanten der Gerste sind gegen jede Art Mehltau immun. Seit 25 Jahren wird diese Art der Gerste eingesetzt – und zwar in immer größeren Mengen. Nach Angaben des Max-Planck-Forschers Ralph Panstruga sind inzwischen mehr als 50 Prozent der in Europa angebauten Gerste MLO-Mutanten.

Warum sind diese Gerste-Sorten gegen Mehltau immun? Der Schädling verändert normalerweise das so genannte MLO-Protein einer Pflanze, wenn er sie befällt. Bei den MLO-Mutanten ist die Produktion dieses Eiweißes gestört. Daher findet der Pilz bei der mutierten Pflanze keinen Angriffspunkt mehr.

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