Rüstung
Unbemannte Kampfmaschine

Die amerikanische Northrop Grumman Corporation entwickelt einen vollautomatischen Kampfjet für den Einsatz auf Flugzeugträgern: Das unbemannte Flugzeug soll computergesteuert starten, ein fernes Ziel mit Raketen angreifen und selbständig wieder auf dem Mutterschiff landen können.
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HAMBURG. Landungen auf Flugzeugträgern gehören zu den gefährlichsten Manövern der Luftfahrt. Auf einem nur etwa 300 Meter langen Flugdeck aufzusetzen, das sich mit 30 Knoten (etwa 50 Stundenkilometern) vorwärts bewegt und sich dazu noch - bei stürmischer See - bis zu zehn Meter auf und ab hebt und senkt, erfordert großes fliegerisches Können und ruhige Nerven. Nur Top-Piloten sind für derartige Flugmanöver geeignet. Unbemannte Flugzeuge können solche riskanten und schwierigen Aufgaben niemals bewältigen. Das hat man zumindest bisher geglaubt.

Die Northrop Grumman Corporation im kalifornischen Palmdale arbeitet an der Entwicklung eines unbemannten Jagdflugzeugs, das erstmals nicht vom Boden aus, sondern eigenständig von einem Computer an Bord gesteuert und geflogen werden soll. Darüber hinaus soll es auch vollautomatisch von einem Flugzeugträger aus starten, ein fernes Ziel anfliegen, es mit Bomben oder Raketen angreifen, zu seinem Mutterschiff zurückkehren und wieder sicher auf dem Flugdeck aufsetzen - alles ohne menschliche Hilfe.

Derartige Flugmissionen hat es bislang nur in den Science-Fiction-Filmen gegeben. Futuristisch ist denn auch die Form der ultimativen Kampfmaschine, die äußerlich kaum mehr etwas gemein hat mit herkömmlichen Träger-Flugzeugen wie etwa der F/A-18 Hornet oder der Tomcat. Sie ähnelt eher einem Flugdrachen oder einem Rochen und ist auch - nicht zuletzt wegen dieser Form - nur schwer vom gegnerischen Radar zu erfassen.

Zwei sogenannte Demonstratoren des unbemannten Flugzeugs sind derzeit im Bau. Dabei wird jede der beiden X-47B knapp zehn Meter lang und breit sein und knapp drei Tonnen wiegen. Damit erreichen diese unbemannten Maschinen durchaus die Ausmaße bemannter Kampfjets. Die Flügelvorderkante der X-47B wird um 55 Grad nach hinten geschwenkt sein, die Flügelhinterkante um 35 Grad nach vorn. Die Tragflächen des Fliegers werden faltbar sein, so dass die X-47B auch innerhalb des Flugzeugträgers auf kleinstem Platz geparkt werden kann.

Die Flugzeugzelle wird komplett aus Kohlenstoff-Faserverbundwerkstoff (Carbon) hergestellt. Sie kommt von der Firma Scaled Composites (Mojave, Kalifornien), die auch jene Carbon-Flugzeuge fertigt, mit denen schon im kommenden Jahr Touristen erstmals kurzzeitig auf mehr als 100 Kilometer Höhe aufsteigen und damit den Weltraum erreichen sollen. Die Avionik für die X-47B liefert die BAE Systems Platform Solutions (Johnson City, New York), der Antrieb, ein Turbofan-Triebwerk des Typs F100-PW-220, stammt von Pratt & Whitney Canada.

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