Schneller schlau
Was verrät das Ohrenschmalz von Walen?

Tierische Geheimnisse - Schneller schlau entführt Sie in die Welt des Wissenswerten.
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Auch wenn ihre Hörorgane äußerlich nur als winzige Öffnungen auszumachen sind, die Ohren von Walen sind absolute Hochleistungsinstrumente. Mit ihnen können die Tiere Schall noch aus mehreren Dutzend Kilometern wahrnehmen. Und dies, obwohl Walohren vollständig mit Ohrenschmalz verstopft sind.

Der Schmalzpropfen ist für die Meeressäuger überlebenswichtig: Er verhindert, dass sich bei Tauchgängen Druck im Gehörgang aufbaut – etwa, wenn Tiere wie der Pottwal bei der Nahrungssuche in extreme Tiefen vorstoßen. Zugleich verrät das Ohrenschmalz aber auch das Alter der Tiere, da es sich in Ringen im Gehörgang ablagert. Wie bei einem Baum mit Jahresringen lässt sich so ermitteln, wie viele Jahre der Wal auf dem Buckel hat – zwei Ringe entsprechen einem Lebensjahr.

Die Untersuchung des Ohrenschmalzes war früher die einzige Art, mit der das Alter von Walen bestimmt werden konnte. Da sich ein Wal jedoch nicht einfach so ins Ohr gucken lässt, mussten die Tiere dazu erst erlegt werden. Die Altersbestimmung ist denn auch bis heute eines der wichtigsten Argumente, mit dem Walfangnationen wie Japan ihren „wissenschaftlichen“ Walfang begründen.

Vor einigen Jahren jedoch entwickelten australische Wissenschaftler einen Gentest zur Altersbestimmung. Dazu genügt es, Hautschuppe einzusammeln, die die Tiere im Wasser abschütteln. Aus ihnen kann genügend Erbgut gewonnen werden, um dem Meeressäuger ganz unblutig aufs Geburtsjahr zu kommen.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik

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