„Smart Textiles“
Elektronik sorgt für Komfort

Jacke mit GPS, Schuhe mit Wärmgerät: Hersteller setzen zunehmend auf intelligente Textilien, um Komfort und Funktionalität ihrer Kleidung zu steigern. Deutsche Firmen spielen auf dem Weltmarkt der so genannten „Smart Textiles“ eine führende Rolle.

DÜSSELDORF. Eisig klamme Finger, Wind pfeift um die Ohren und vor lauter Schnee kann der Skifahrer kaum noch den Abhang erkennen. Plötzlich spürt er Tiefschnee unter den Brettern – und kommt von der Piste ab. Sikfahreralltag? Von wegen. Die Forschung hat Wege gefunden, Wintersportlern derartige Situationen zu ersparen. Ausrüster wie Atomic haben beheizbare Skischuhe im Angebot, Reusch liefert dazu passende Handschuhe und die Unterwäsche von WarmX sorgt dank integriertem Akku für Wärme. Die GPS-Jacke von O'Neill weist Skifahrern den Weg. Und mit einem Helm mit Funkübertragungstechnik Bluetooth, wie ihn Burton auf den Markt gebracht hat, lässt sich telefonieren. Viele solcher Neuheiten werden auf der Computermesse Cebit im März zu sehen sein.

Doch intelligente Textilien eignen sich nicht nur für Sportler. Auch in der Medizin ist Elektronik in Textilien gefragt. Aipermon aus München beispielsweise arbeitet an einem T-Shirt, das die Herzfrequenz misst und drahtlos überträgt. In Zukunft soll das Kleidungsstück in der Rehabilitations- oder der Weltraummedizin zum Einsatz kommen.

Für aussichtsreich halten die Firmen auch die Solartechnik. Der italienische Bekleidungshersteller Zegna stellt in seiner aktuellen Frühjahrs-/Sommerkollektion eine Jacke mit Solarpanel im Kragen vor. Ahlers, einer der größten Hersteller von Herrenmode in Europa, will unter der Marke Pierre Cardin auf der Cebit ein ähnliches Modell präsentieren.

Das Berliner Unternehmen Sunload hat zudem eine Tasche mit integriertem Solarpanel auf dem Markt gebracht. Akkus von Handys und Notebooks lassen sich über einen USB-Zugang und eine 12-Volt-Buchse aufladen. „Eine Tasche hat man immer dabei, und jeder braucht irgendwann Strom“, sagt Sunload-Sprecherin Filiz Yanc. Das Unternehmen arbeitet an weiteren Produkten, die Sonnenenergie liefern.

An Ideen für so genannte „intelligente Textilien“ mangelt es den Herstellern nicht. „Der Innovationsschub in der Sportartikelindustrie ist enorm“, sagt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Er rechnet damit, dass der deutsche Markt für elektronische Sportartikel im Jahr 2015 ein Volumen von rund 1,8 Mrd. Euro haben wird. Die Hersteller sollen bis dahin etwa 20 Mill. Kunden erreichen. Schon heute hat nach einer Bitkom-Umfrage fast jeder dritte Deutsche ein Handy in der Tasche, wenn er Sport treibt. Bei den 14 bis 29-Jährigen sind es sogar 44 Prozent. Fast jeder Fünfte hört zudem beim Joggen oder Radfahren Musik über einen MP3-Player.

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