Smartrunner
Virtueller Lauftreff

Moderne Sportschuhe sind nicht nur zum Laufen da: Via Datenübertragung vermitteln sie dem Jogger Geschwindigkeit und Länge der zurückgelegten Strecke und helfen bei der Erstellung von virtuellen Trainingsplänen. Nun haben zwei Leipziger Studenten eine Smartphone-Lösung entwickelt – mit neuen Ideen wollen sie die etablierten Anbieter vom Markt verdrängen.

LEIPZIG. Nike und Apple haben es vorgemacht. Sie haben einen Sportschuh zum Trainingsgerät umfunktioniert, den iPod-Nano zum Datenträger gemacht, damit Jogger unterwegs Geschwindigkeit und Länge der zurückgelegten Strecke erfassen und aufzeichnen können. Wird der iPod zu Hause am Computer angeschlossen und mit dem Internet verbunden, wird auf der iTunes-Homepage eine persönliche Leistungsbilanz erstellt, die von anderen Nutzer des virtuellen Lauftreffs eingesehen werden kann.

Das war zwei Leipziger Wirtschaftsinformatikern aber nicht genug. Um zusätzlich Daten wie Streckenverlauf und Höhenprofil erfassen zu können, mit denen Jogger ihre zurückgelegten Kilometer erst wirklich vergleichen können, haben sie eine Smartphonelösung entwickelt, die mit Satellitenortung per GPS arbeitet. Auch hier lassen sich die Daten später ins Internet laden, mit anderen Mitgliedern austauschen und sich gegenseitig Tipps geben.

Die sogenannte „Smartrunner“-Idee kam den ehemaligen Judokas Roman Belter und Rolf Kluge bereits vor drei Jahren als sie sich mit ihrem Projekt beim „Microsoft Imagine Cup“ bewarben. Damals galt es, unter Einbeziehung von Microsoft Technik, Internetkommunikation und mobile Geräte innovativ zu kombinieren. Die Leipziger Studenten schafften es als deutsche Sieger bis ins Finale in Yokohama. Am Ende wurden sie Vierter – von insgesamt 30 Teams.

„Das Ergebnis hat uns stolz gemacht und uns darin bestärkt, den ‚Smartrunner' weiterzuentwickeln“, erzählt Roman Belter. Doch die Idee schien zu verstauben, denn zunächst mussten beide erst einmal das Studium beenden. „Zudem war der Markt für unsere Idee damals noch nicht reif. Es gab noch keine iPhones mit integriertem GPS-Gerät wie heute“, erinnert sich Rolf Kluge. Direkt eine Firma zu gründen, sei ihnen deshalb zu blauäugig gewesen.

Dass die mobile Ortung dennoch wirtschaftliches Potenzial hat, wurde am Institut schnell erkannt. Gemeinsam mit ihrem Professor reichten Belter und Kluge das Konzept beim Bundesministerium für Bildung und Forschung ein und erhielten die nötige Förderung über das Projekt „Forschung für den Markt im Team“, das explizit unternehmerische Ideen in den neuen Bundesländern unterstützt. Mit den Mitteln vom Bund werden nun seit Mai der „Smartrunner“ und andere Szenarien für mobiles Tracking auf seine Marktreife hin untersucht.

Seite 1:

Virtueller Lauftreff

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%