SMOS gestartet
Neuer Klima-Satellit im All

Erfolgreicher Start für den europäischen Forschungssatelliten SMOS. Das 315 Millionen Euro teure Erdbeobachtungsgerät soll Daten zum Salzgehalt der Ozeane und zur Bodenfeuchtigkeit sammeln - wichtige Informationen für ein besseres Verständnis des Klimawandels.
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HB PLESSEZK/PARIS. Die Europäische Raumfahrtorganisation ESA hat am frühen Montagmorgen einen neuen Erdbeobachtungssatelliten gestartet. Das SMOS genannte Hightech-Gerät soll bei der weltweiten Überwachung des Klimawandels eine wichtige Rolle spielen. Das Messinstrument des Satelliten sammelt dazu Daten über den Salzgehalt an der Oberfläche der Ozeane und die Bodenfeuchte. Diese werden bereits am Boden und im Meer durchgeführte Messungen ergänzen und damit eine weltweite Überwachung des Wasseraustauschs ermöglichen.

„Da dieser Austausch, der zu einem Großteil in abgelegenen Gebieten vonstattengeht, sich direkt auf das Wetter auswirkt, ist er für Meteorologen von höchster Bedeutung“, erklärte der für die Mission zuständige ESA-Direktor Volker Liebig zum Start des Satelliten im nordrussischen Plessezk. Der Salzgehalt sei zudem einer der Motoren der Meereszirkulation, die für den Wärmeaustausch zwischen den Weltmeeren verantwortlich ist. „Auf die Möglichkeit der Überwachung dieses Phänomens warten Klimatologen, die versuchen, die langfristigen Auswirkungen des derzeitigen Klimawandels vorherzusagen, schon lange“, so Liebig.

Für die 315 Mio. Euro teure SMOS-Mission haben Ingenieure und Wissenschaftler ein völlig neues Messinstrument, ein sogenanntes interferometrisches Radiometer entwickelt. Das Gerät mit dem Namen MIRAS misst Bodenfeuchtigkeit und Salzgehalt über die von der Erdoberfläche reflektierte Mikrowellenstrahlung. Möglich ist dies, weil sich die elektromagnetischen Eigenschaften von feuchter und trockener Erde beziehungsweise Süßwasser und Salzwasser unterscheiden.

Gemeinsam mit dem SMOS-Satelliten brachte die Trägerrakete vom Typ Rockot einen 135 Kilogramm leichten Kleinsatelliten ins Weltraum. Er soll neue Technologien demonstrieren. Darunter sind Miniatursensoren für künftige ESA-Raumsonden, eine hochmoderne Kamera mit einem Betrachtungswinkel von rund 120 Grad und ein Forschungsinstrument zur Beobachtung der Sonne. „Auf diesen erfolgreichen Doppelstart, dank dem Europa über neue Werkzeuge für ein besseres Verständnis unseres Planeten und des Klimawandels verfügt, sind wir besonders stolz“, ließ ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain mitteilen.

Läuft alles wie geplant, wird SMOS künftig 14 Mal am Tag die Erde umrunden. Aufgrund der Erdrotation deckt er so nach und nach die gesamte Erdoberfläche ab. Nach der Einstellung des Messgeräts sollen im Frühjahr kommenden Jahres die ersten Daten veröffentlicht werden. Ein Ende der Mission ist frühstens in drei Jahren geplant. Auch etliche deutsche Forschungsinstitutionen und Unternehmen sind beteiligt.

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