Start geglückt
Galileo-Satelliten sind im All

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem eigenen europäischen Satellitennavigationssystem ist getan: Eine russische Sojus-Rakete hat die Satelliten 9 und 10 des Galileo-Projekts ins All gebracht.

KourouEine Sojus-Rakete hat zwei neue Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo ins All gebracht. „Die Satelliten sind auf der richtigen Bahn“, sagte der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation Esa, Jan Wörner, am Freitagmorgen.

Die Sojus mit der Hightech-Fracht war am Freitagmorgen kurz nach 4.00 Uhr deutscher Zeit vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guyana gestartet. Nach einer Flugzeit von 3 Stunden und 48 Minuten wurden die Satelliten in mehr als 23.000 Kilometer Höhe ausgesetzt werden. Anschließend übernahmen Experten im Bodenkontrollzentrum in Darmstadt die Steuerung der Satelliten.

Die beiden in Bremen gebauten Satelliten sind Nummer 9 und 10 in der Galileo-Konstellation, die bis 2020 insgesamt 30 Satelliten umfassen soll. Mit Galileo will Europa unabhängig vom amerikanischen GPS werden. Seine Positionsdaten sollen künftig zum Beispiel von Navigationsgeräten in Autos benutzt werden.

Allerdings hatte sich das Vorhaben von EU und Europäischer Weltraumorganisation Esa immer wieder verzögert. Ursprünglich sollte das milliardenschwere Prestigeprojekt bereits 2008 an den Start gehen. Wegen Streitigkeiten unter den Partnerländern gab es aber immer wieder Verzögerungen.

„Wir haben erst ein Drittel der Arbeit geschafft, aber das ist das schwierigste Drittel“, sagte der Esa-Programmchef Didier Faivre vor dem Start.

Im vergangenen Jahr hatte eine Panne nach dem Start dafür gesorgt, dass zwei Galileo-Satelliten im falschen Orbit ausgesetzt wurden. Beim letzten Start Ende März lief dagegen alles problemlos.

In diesem Jahr sollen noch zwei weitere Satelliten folgen, 2016 ist ein Start einer Ariane-5-Rakete mit vier Satelliten geplant. Auch der Beginn erster Galileo-Dienste rückt damit näher, wie EU-Kommissions-Programmmanager Paul Flament am Donnerstag sagte. Dies ist für 2016 angepeilt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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