Forschung + Innovation
Studie: Fachkräfte-Engpass in Deutschland erwartet

Trotz steigender Zahlen von Studienanfängern stehen deutsche Unternehmen einer Studie zufolge beim Fachkräftenachwuchs vor einer Durststrecke.

dpa BERLIN. Trotz steigender Zahlen von Studienanfängern stehen deutsche Unternehmen einer Studie zufolge beim Fachkräftenachwuchs vor einer Durststrecke. Vor allem gebe es zu wenig Ingenieure, heißt es im Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 2005, den Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) vorstellte.

Der Verfasser der Studie, Harald Legler, forderte die Regierung auf, Forschung und Entwicklung in Unternehmen stärker zu fördern. Die Konkurrenz der Schwellenländer in Asien und Osteuropa auf diesem Gebiet wachse.

Die technologische Leistungsfähigkeit der deutschen Unternehmen ist laut Studie in den vergangenen Jahren gestiegen. Das zeige sich unter anderem daran, dass mehr für den Weltmarkt bedeutende Patente angemeldet wurden, sagte der Wirtschaftsforscher. Besonders kleine und mittlere Unternehmen forschten jedoch zu wenig und müssten mit Steuervorteilen und Förderprogrammen dazu gebracht werden.

Bulmahn sagte, die Bundesregierung gebe 2005 gut ein Drittel mehr für Bildung und Forschung aus als 1998. Immer mehr Abiturienten nähmen ein Ingenieurstudium auf oder entschieden sich für Mathematik oder Naturwissenschaften. Bei der Absolventenzahl ist dies laut Studie noch nicht spürbar. Gemessen an den Erwerbspersonen hat sich der Anteil dieser Fachkräfte nicht erhöht. Frankreich, Österreich, Schweden und Finnland erzielten dagegen starke Zuwächse. „Das Nachwuchsproblem in Deutschland bleibt“, sagte Legler.

Unterdessen kritisierte EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD), die Deutschen seien gegenüber Forschern aus dem Ausland nicht gastfreundlich genug. Ein Wissenschaftler aus Indien oder China werde sich eher für die USA entscheiden als für die Bundesrepublik. „Weil er weiß, dass er in Wahrheit nicht willkommen ist“, wie Verheugen der Wochenzeitung „Die Zeit“ (Donnerstag) sagte.

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