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Studie: Genitalverstümmelung führt häufig zu Unfruchtbarkeit

Die weltweit in mehr als 30 Ländern praktizierte Genitalverstümmelung an Mädchen führt nach einer neuen Studie häufig zu Unfruchtbarkeit.

dpa LONDON. Die weltweit in mehr als 30 Ländern praktizierte Genitalverstümmelung an Mädchen führt nach einer neuen Studie häufig zu Unfruchtbarkeit.

„Unsere Ergebnisse zeigen eine eindeutige Verbindung zwischen Ausmaß der Genitalverstümmelung und Unfruchtbarkeit. Dieser Zusammenhang ist nicht nur statistisch höchst bedeutsam, sondern auch maßgeblich für die Präventivarbeit gegen den altertümlichen Brauch“, schreibt der schwedische Forscher Lars Almroth vom Karolinska-Institut in Stockholm im Fachblatt „The Lancet“ (Bd. 366, S. 385-391) von diesem Samstag.

An der Untersuchung beteiligten sich in den Jahren 2003 und 2004 rund 280 Frauen aus zwei Krankenhäusern in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. 99 Teilnehmerinnen waren unfruchtbar, 180 waren erstmals schwanger - alle waren als Mädchen verstümmelt worden. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass insbesondere schwere Genitalverstümmelungen mit Infektionen das Risiko einer Frau deutlich erhöhen, unfruchtbar zu werden.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden noch heute pro Jahr rund zwei Mill. Mädchen verstümmelt. Allein in Afrika seien mehr als 132 Millionen Frauen und Mädchen betroffen.

Die Forscher unter Leitung von Almroth hoffen, mit ihrer ersten Studie dieser Art ein entscheidendes Argument im Kampf gegen die Genitalverstümmelung zu liefern. Befürworter des Brauchs glaubten vielfach, nur so könne ein Mädchen eine gute Ehefrau und Mutter werden. Drohende Unfruchtbarkeit sei deshalb ein neues Argument gegen Genitalverstümmelung.

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