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Studie: Leichtes Übergewicht „lebensverlängernd“

Leichtes Übergewicht ist nach einer neuen, besonders gründlichen US-Studie nicht gesundheitsgefährdend, sondern kann in einigen Fällen das Leben sogar verlängern.

dpa CHICAGO. Leichtes Übergewicht ist nach einer neuen, besonders gründlichen US-Studie nicht gesundheitsgefährdend, sondern kann in einigen Fällen das Leben sogar verlängern. Dieser Untersuchung zufolge setzen nur extrem fettleibige Menschen ihre Gesundheit aufs Spiel - eine Kategorie, die in den USA immerhin acht Prozent der Bevölkerung ausmacht.

Forscher des Nationalen Krebsforschungsinstitutes (NCI) und der Seuchenbehörde CDC stellen die Studie im „Journal of the American Medical Association“ (Jama) vom Mittwoch vor. Den Ergebnissen zufolge hilft eine Energiereserve in Form einiger zusätzlicher Pfunde vor allem älteren Menschen, schlechte Zeiten und Krankheiten zu überleben.

Eine Studie der CDC in Atlanta hatte im März 2004 ergeben, dass jedes Jahr 400 000 Amerikaner den Folgen ihrer Körperfülle erliegen. Zehn Monate später gab die Behörde einen Fehler zu und reduzierte die Zahl der Todesopfer auf 365 000. Nach den Ergebnissen der jüngsten Untersuchung sterben jedes Jahr nur 112 000 fettleibige und extrem fettleibige US-Bürger wegen ihres Gewichtes. Zur gleichen Zeit überleben 86 000 Menschen dank ihres leichten Übergewichts.

Damit kämen unter dem Strich nur 26 000 zusätzliche Todesfälle durch zu viel Gewicht heraus, schreiben die Autoren in „Jama“. Die Gruppe der Untergewichtigen sei deutlich schlechter dran: die Studie fand, dass jedes Jahr 34 000 Amerikaner sterben, weil sie nicht genügend Kilos auf die Waage bringen.

Kritiker werfen den Autoren vor, nur die Todesrate der Dicken beachtet zu haben und nicht den Verlust an Lebensqualität durch Übergewichtskrankheiten wie Herzleiden, Diabetes und Krebs. Andere Kollegen halten dem Forscherteam dagegen zu Gute, mehr Klarheit in die Debatte über die Gefahr von Fettpölsterchen gebracht zu haben.

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