Umwelt
EU will Fischern das Zurückwerfen von Beifang verbieten

Um bestimmte Fischarten wie den Kabeljau vor dem Aussterben zu bewahren, soll den Fangflotten in den Gewässern der Europäischen Union das Zurückwerfen von unerwünschten Teilen des Fangs ins Meer verboten werden.

dpa BRüSSEL. Um bestimmte Fischarten wie den Kabeljau vor dem Aussterben zu bewahren, soll den Fangflotten in den Gewässern der Europäischen Union das Zurückwerfen von unerwünschten Teilen des Fangs ins Meer verboten werden.

EU-Fischereikommissar Joe Borg kündigte am Mittwoch in Brüssel an, den Mitgliedstaaten 2008 entsprechende Vorschläge zu machen. Teilweise wird in einigen Gebieten bis zu 90 Prozent des Inhalts der Schleppnetze wieder ins Meer gekippt. Die Fische und andere Meerestiere überleben das zumeist nicht.

„Ich verurteile die derzeitige Praxis: Sie schadet der Umwelt, sie ist unwirtschaftlich und ethisch nicht vertretbar“, sagte Borg. „Je früher wir dieser Verschwendung ein Ende bereiten, desto besser ist es für die Fischbestände.“ Wie genau mit dem so genannten Beifang verfahren werden soll, will Borg Anfang nächsten Jahres festlegen.

Bisher versucht die EU, den Flotten Fanggeräte vorzuschreiben, mit denen möglichst wenig Beifang an Bord kommt. So können große Maschen oder Fluchtfenster helfen, dass kleine Jungfische wieder aus den Netzen schwimmen können. Nach Einschätzung der EU-Experten sind diese Möglichkeiten jedoch weitgehend ausgeschöpft und zudem schwer zu kontrollieren.

Besser sei es, die Fischer zu verpflichten, den gesamten Fang anzulanden. Um von vorn herein Beifang zu verhindern, müsste vorgeschrieben werden können, das Flotten bestimmte Gebiete mit zu vielen Jungfischen zu verlassen haben. Bestimmte Teile der Meere müssten gegebenenfalls komplett für den Fang geschlossen werden.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurde 2005 im Nordatlantik fast jede achte Tonne (13 Prozent) des Fanges zurückgeworfen. Insgesamt waren das 1,33 Mill. Tonnen Beifang. In der Nordsee gingen 500 000 bis 880 000 Tonnen Fisch und andere Meerestiere wieder zurück ins Wasser.

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