Umwelt
Großer Geier-Einflug über Deutschland

Große Trupps von Gänsegeiern aus Südwesteuropa haben Vogelkundler vom Schwarzwald bis zur Ostseeküste beobachtet. „Das ist ein gewaltiger Einflug“, berichtete am Freitag der Biologe Thorsten Krüger von der Staatlichen Vogelschutzwarte in Hannover.

dpa HAMBURG. Große Trupps von Gänsegeiern aus Südwesteuropa haben Vogelkundler vom Schwarzwald bis zur Ostseeküste beobachtet. „Das ist ein gewaltiger Einflug“, berichtete am Freitag der Biologe Thorsten Krüger von der Staatlichen Vogelschutzwarte in Hannover.

Trupps von bis zu 70 der großen Aasfresser mit bis zu 2,80 Metern Flügelspannweite wurden gesichtet und insgesamt 199 Tiere von Mai bis Ende Juni gemeldet. Wahrscheinlich haben sich aber größere Trupps geteilt, weil auch immer wieder einzelne Vögel auftauchten. So wurden kleine Trupps oder Einzeltiere in Bayern, Hessen, Nordrhein- Westfalen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern entdeckt. Der seit 150 Jahren in Deutschland ausgestorbene Gänsegeier brütete zuletzt auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg.

Krüger hofft nun, dass ein „Gonzo“ genannter Geier seine Herkunft verrät. Völlig entkräftet war der Vogel auf einem Acker bei Hildesheim gegriffen und in einer Tierschutzstation wieder aufgepäppelt worden. Mit einem Peilsender bepackt, flog der Geier dann von Niedersachsen zunächst nach Hamburg und Schleswig-Holstein.

Grund für den ungewöhnlichen Einflug könnte Nahrungsmangel in Spanien und Südfrankreich sein, weil Richtlinien der Europäischen Union (EU) die Beseitigung von Tierkadavern verlangen. Damit ist das Nahrungsangebot für die Aasfresser stark eingeschränkt. In Südeuropa, Vorderasien und Nordafrika kommen nur noch rund 24 000 Brutpaare der Gänsegeier vor.

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