US-Raumfähre
„Atlantis“ soll wieder fliegen

Die US-Raumfähre „Atlantis“ soll am heutigen Freitag Richtung Weltall abheben. Ziel ist die Internationalen Raumstation ISS. Muss der Flug abermals verschoben werden, drohen Konflikte mit den Russen.

HB CAPE CANAVERAL. Wegen des eng gesteckten Zeitplans entschied die NASA am Donnerstag, die fehlerhafte Brennstoffzelle, die zu den jüngsten Verzögerungen geführt hatte, nicht auszutauschen. Andernfalls hätte die Mission auf voraussichtlich Ende Oktober verschoben werden müssen. Die US-Raumfahrtbehörde setzte den Start des Shuttles nun auf 11.40 Uhr Ortszeit (17.40 Uhr MESZ) an.

Die „Atlantis“ muss spätestens am 17. September von der ISS abdocken, weil kurz darauf eine russische „Sojus“-Kapsel an der Raumstation erwartet wird. Nur wenn die Raumfähre am Freitag startet, bleibt der Besatzung genug Zeit für die geplanten Arbeiten zum weiteren Ausbau der ISS. Der Leiter des ISS-Programms bei der Nasa, Mike Suffredini, sagte allerdings, man verhandle mit den Russen, ob nicht auch ein Abdocken am 18. September und damit ein Start am Samstag möglich wäre.

Der nächstmögliche Termin für den „Atlantis“-Flug wäre Ende September – allerdings müsste die Raumfähre dann im Dunkeln starten, was nach den Nasa-Regularien derzeit nicht gestattet ist. Nur bei Tageslicht können nämlich die äußeren Tanks während des Starts fotografiert werden, um mögliche Beschädigungen der Schaumstoffhülle zu erkennen. So soll ein Unglück wie beim Absturz der Raumfähre „Columbia“ vor dreieinhalb Jahren verhindert werden.

Tropensturm kam dazwischen

Ursprünglich hätte die „Atlantis“ schon am 27. August abheben sollen. Zunächst verhinderte ein Blitzeinschlag im Raumfahrtzentrum in Florida den Start, dann gab es Verzögerungen durch den Tropensturm „Ernesto“.

Die sechs Astronauten der „Atlantis“ sollen nach dreieinhalbjähriger Pause den Aufbau der ISS fortsetzen. Vorgesehen sind drei Außenbordeinsätze.

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