US-Raumfähre
„Endeavour“ verabschiedet sich von der ISS

Es war fraglos eine aufregende Tour, die die US-Raumfähre „Endeavour“ hinter sich hat. So viele Menschen waren noch nie zeitgleich auf der ISS. Das Raumlabor Kibo wurde fertig gestellt und mit einem kaputten Klo kamen die Astronauten auch zurecht. Nun hat die „Endeavour“ abgedockt und ist wieder auf dem Weg in Richtung Heimat.
  • 0

HB WASHINGTON. Die US-Raumfähre „Endeavour“ befindet sich auf der Heimreise: Knapp zwei Wochen nach ihrem Start in Cape Canaveral (Florida) hat die Crew des Shuttles am Dienstag ihre Rückkehr zur Erde angetreten. Planmäßig löste sich der Orbiter um 19.26 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Internationalen Raumstation ISS ab. Die Landung auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral ist für Freitag vorgesehen. Mit an Bord wird neben fünf US-Astronauten und einer kanadischen Astronautin das bisherige ISS-Crew-Mitglied Koichi Wakata aus Japan sein, der nach vier Monaten auf der Weltraumstation zur Erde zurückkehrt. Seinen Platz nimmt der Amerikaner Tim Kopra ein.

Alle Ziele der „Endeavour“-Mission seien erreicht worden, betonte die NASA am Dienstag. Wichtigster Auftrag der siebenköpfigen Crew war die Komplettierung des japanischen Forschungslabors „Kibo“. Dabei hatten die Astronauten bereits bei dem ersten ihrer insgesamt fünf Außeneinsätze die gut vier Tonnen schwere „Veranda“ an dem Modul angebracht, eine Plattform für wissenschaftliche Experimente im Freien.

An diesem Montag dann hatten zwei Astronauten den fünften und letzten Außeneinsatz im All abgeschlossen. Hauptaufgabe bei diesem Ausstieg war das Anbringen von zwei Videokameras an der neuen Außenplattform des „Kibo“-Forschungslabors: Sie sollen das Andocken eines ersten japanischen Transport-Raumfahrzeuges im September erleichtern.

Ursprünglich hatte die „Endeavour“ schon am 13. Juni zur ISS aufbrechen sollen, konnte jedoch wegen einer Reihe von Problemen erst in der Nacht zum 16. Juli starten. Insgesamt fünfmal musste der Countdown zum Start des Shuttles abgebrochen werden, mal wegen schlechten Wetters, mal wegen hartnäckiger technischer Schwierigkeiten.

Startverschiebungen und technische Pannen gehören aber schon seit längerem beinahe zur Routine bei den Shuttles, die mittlerweile seit mehr als einem Vierteljahrhundert im Dienst sind. Längst gelten die wiederverwendbaren Raumfahrzeuge als Auslaufmodelle: Im nächsten Jahr sollen sie ausgemustert werden. Bis dahin muss aber der Ausbau der ISS beendet sein, da kein anderes Weltraumfahrzeug derart große Lasten transportierten kann. Nach der „Endeavour“-Mission sind noch sieben weitere Shuttle-Missionen vorgesehen.

Kommentare zu " US-Raumfähre: „Endeavour“ verabschiedet sich von der ISS"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%