Verträge unterschriftsreif
Galileo nimmt in Rom letzte Hürden

Das europäische Satellitensystem Galileo steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Nach Informationen des Handelsblatts sollen am Mittwoch in Rom die Details des Entwicklungsvertrags zwischen Galileo Industries und der europäischen Raumfahrtagentur Esa festgezurrt werden.

MÜNCHEN. Das Vertragswerk wird dann am 19. Januar, so die Planungen, in Berlin offiziell unterzeichnet. Bis zuletzt hatten die Partner des Projekts um den Sitz der künftigen Betreibergesellschaft, der Kontrollzentren und der finanziellen Rückflüsse an die Industrie gerungen. Jetzt scheint Europas ehrgeizigstes Raumfahrtprojekt endgültig gesichert.

Galileo soll ab 2008 in Konkurrenz zum amerikanischen Satellitennavigationssystem GPS treten. Es gilt auch als das derzeit wichtigste Infrastrukturprojekt Europas. Die Gesamtkosten des Systems werden auf 3,6 Mrd. Euro geschätzt, die zum Teil von der EU, der Europäischen Raumfahrtagentur und der Industrie getragen werden. Deutschland ist mit gut 500 Millionen Euro der größte Finanzierer des Projekts.

Für Galileo sollen bis 2010 etwa 30 Satelliten aus europäischer Produktion ins All gebracht werden. Im Gegensatz zu GPS bietet Galileo ein erheblich genaueres Signal und ist rückkanalfähig. Das eröffnet der Satellitennavigation ganz neue Anwendungsmöglichkeiten. Die Industrie schätzt, dass das Projekt in Europa bis zu 100 000 Jobs sichert.

Erst vor wenigen Tagen hatten sich die Verkehrsminister der EU in Brüssel auf die lange umstrittenen Details der Zuständigkeiten im Projekt verständigt. Deutschland konnte durchsetzen, dass mit dem Konsortium Tele-Op, zu dem die Deutsche Telekom und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gehören, ein weiterer Partner im künftigen Betreiberkonsortium beteiligt wird. Damit steigt der Anteil deutscher Partner auf etwa 25 Prozent – eine Größenordnung, die auch der finanziellen Beteiligung Deutschlands an Galileo entspricht.

Die Bundesregierung und die bayerische Staatsregierung hatten weitere Zahlungen für das Projekt davon abhängig gemacht, dass ein ausreichender Rückfluss der Mittel nach Deutschland gewährleistet sein müsse. Nach der Entscheidung hatte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) von einem Durchbruch gesprochen.

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