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Vogelgrippe: China beginnt Impfung von Geflügel

Nach der Entdeckung der Vogelgrippe bei Zugvögeln hat China mit der Impfung von drei Mill. Hühnern, Enten und Gänsen begonnen. Die Vogelinsel im westchinesischen Qinghai-See, wo tote Wildgänse mit dem Vogelgrippevirus H5n1 gefunden worden waren, wurde für Besucher gesperrt.

dpa PEKING. Nach der Entdeckung der Vogelgrippe bei Zugvögeln hat China mit der Impfung von drei Mill. Hühnern, Enten und Gänsen begonnen. Die Vogelinsel im westchinesischen Qinghai-See, wo tote Wildgänse mit dem Vogelgrippevirus H5n1 gefunden worden waren, wurde für Besucher gesperrt.

An dem größten Salzwassersee Chinas wurden Quarantäne- und Untersuchungsstationen eingerichtet. Die Impfungen begannen auf Geflügelfarmen im umliegenden Kreis Gangcha in der Provinz Qinghai.

Bis Montag gab es keine Berichte, dass die Krankheit auf Geflügel oder gar Menschen übertragen worden ist. Einige der verendeten Tiere stammten aus Südostasien, berichtete das Landwirtschaftsministerium in Peking, das landesweit Alarm geschlagen hat. Ob die Vogelgrippe tatsächlich über wilde Vögel übertragen wird, ist nach Ansicht des Generalsekretärs der Ornithologischen Gesellschaft Chinas, Professor Song Jie, aber noch nicht zweifelsfrei bewiesen. „Wir alle glauben, dass die Vogelgrippe durch Wildvögel verbreitet wird, aber es gibt noch keine abschließende Feststellung.“

Der Qinghai-See dient wilden Gänsen, die in Indien überwintern, im Mai und Juni als Brutstätte, doch sagte der Professor der Beijing Normal University in Peking: „Wir wissen nicht genau, wo diese Gruppe wilder Gänse herkam.“ Die Tiere an dem See kämen auch aus anderen südlichen Regionen hergeflogen. Wildvögel seien bekannt dafür, dass sie Krankheiten übertrügen. Doch kommt es nach seinen Angaben immer auf die Anzahl und die Dichte an, in denen sie auftreten.

Der Vogelexperte Zhang Lixin von der Lanzhou Universität sagte, die wilden Gänse am Qinghai-See könnten durchaus aus Indien stammen. Sie flögen über den Himalaya, machten Station in China und flögen weiter in die Mongolei und nach Sibirien. Wildvögel in China stammen nach Expertenangaben auch aus Australien, Japan und selbst den USA. Erst im April hatten russische Veterinärbehörden nach Medienberichten vor der Gefahr einer Übertragung der Vogelgrippe durch Zugvögel, insbesondere Wildenten, in Russland gewarnt. Es könnte zu einer Epidemie kommen, weil Zugvögel das Land durchquerten.

Es war das erste Mal seit einem Jahr, dass in China wieder die Vogelseuche entdeckt worden war. Bei dem Virus der Zugvögel handele es sich um einen tödlicheren Stamm, der bisher nicht in China aufgetreten sei, warnten die Behörden. Auch könne es ein Gen für die Übertragung auf Menschen enthalten. Seit 2003 ist das Virus H5n1 in acht Ländern aufgetreten. Mindestens 52 Menschen sind daran gestorben.

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