Voice-over-IP-Technologie
Handy sucht sich das billigste Netz

Telefonate über Mobilfunknetze sind teuer. Anrufe mit Internettechnik – der so genannten Voice-over-IP-Technologie –, bei der Sprache als Datenpakete über das Internet geleitet wird, kosten dagegen so gut wie nichts. Vor allem dann nicht, wenn ein frei zugängliches Funkdatennetz vorhanden ist, ein Wireless Local Area Network (WLAN) . Mobiltelefone der nächsten Generation werden auch das Telefonieren über diesen Weg ermöglichen. Sie werden von sich aus nach dem jeweils billigsten Netz suchen, um Gespräche zu übertragen.

DÜSSELDORF. Erste Geräte gibt es bereits in den USA und im Herbst werden sie auch in Europa angeboten. Das MPx von Motorola ist das erste Handy, das dann auch Sprache über WLAN in Deutschland überträgt. Nokia bringt zwar ebenfalls im Herbst ein WLAN-fähiges Mobiltelefon. Der Nachfolger des Communicators (der so genannte 91 500) überträgt aber nur Daten und keine Sprache über das Funknetz.

Dass Kunden durchaus Interesse am Telefonieren über Datennetze haben, beweist der Erfolg des Startup-Unternehmens Vonage in den USA. Die Firma bietet dort schon seit zwei Jahren ein Schnurlos-Telefon für WLAN- Netze an und hat in dieser Zeit 125 000 Kunden für seinen Internettelefondienst gewonnen. Vonage-Kunden können überall, wo es Hotspots gibt – sei es auf Flughäfen oder im Fastfood-Restaurant – mobil über das Internet telefonieren.

Marktforscher rechnen damit, dass sich die Kombination aus Mobilfunk und WLAN-Internettelefonie in den nächsten Jahren mehr und mehr durchsetzen wird. So schätzen die US-Marktforscher von In-Stat/MDR, dass mit entsprechender Technologie ausgestattete Mobilfunkgeräte bis zum Jahr 2008 herkömmliche Handys verdrängen werden. Bis die Internettelefonie jedoch endgültig mit der Mobilfunktechnik verschmilzt, müssen sowohl die Handyhersteller als auch die Netzbetreiber noch einiges an Entwicklungsarbeit leisten und in zusätzliche Technik investieren.

Ein Problem ist das so genannte Roaming, die Übergabe eines Telefonats von einem Netz an ein anderes. Zurzeit dauert der Wechsel zwischen den Netzwelten bis zu zwei Sekunden – zu lange für ein flüssiges Telefonat. Der kalifornische Hardware-Anbieter Proxim hat nun zusammen mit Motorola und dem Spezialisten für Internettelefonie, Avaya, einen Switch für die nahtlose Übertragung von Sprache zwischen WLAN und Mobilfunknetzen entwickelt. Mit dieser Technik wird der Telefonierende bereits in den benachbarten Funkzellen vorangemeldet, so dass ein Wechsel der Netze verzögerungsfrei vonstatten gehen sollte.

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