Weltraumbahnhof Wostotschny
Russlands neues Tor ins All ist startklar

Am Mittwoch soll die erste Rakete von Russlands neuem Weltraumbahnhof Wostotschny abheben. Für das Lieblingsprojekt von Präsident Putin wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Doch der Bau war nicht frei von Skandalen.

MoskauGottes Segen hat er, zumindest den der russisch-orthodoxen Kirche:  Der Raketenträger Sojus-2 wurde einen Tag vor dem Start von Lukian, dem Bischof von Blagoweschtschensk und Tynda, geweiht.

Raketenweihen sind in der zu Sowjetzeiten zutiefst atheistischen Rüstungs- und Weltraumindustrie nichts Ungewöhnliches mehr – das Moskauer Patriarchat hat sogar schon Atomraketen den Segen erteilt – doch dieser Start ist schon etwas Besonderes. Erstmals startet am Mittwoch eine Rakete von Russlands neuem Weltraumbahnhof Wostotschny.

Entsprechend groß ist der Nervenkitzel im Kreml: Präsident Wladimir Putin werde den Raketenstart persönlich verfolgen, teilte sein Pressesekretär Dmitri Peskow am Dienstag mit, wobei er offen ließ, ob Putin dazu extra in den russischen Fernen Osten reist oder per Bildschirm aus dem noch nachtschlafenden Moskau zugeschaltet wird.

Wostotschny ist ein Projekt Putins. 2007 in Zeiten hoher Ölpreise und florierender Wirtschaft wurde es angeschoben. Mit Kasachstan gab es schon länger Querelen um das Sternen- und Steppenstädtchen Baikonur, das seit dem Zerfall der Sowjetunion von den Russen für 300 Millionen Dollar im Jahr angepachtet werden muss. Wostotschny soll die Abhängigkeit von Kasachstan verringern, auch wenn der Pachtvertrag noch bis 2050 läuft.

Moskau hat dafür weder Kosten noch Mühen gescheut. Wostotschny – „Osten“ - liegt im Amurgebiet, gerade einmal 100 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt. Diese für russische Verhältnisse südliche Lage erlaubt es, von Wostotschny schwerere Raketen als vom hauptsächlich militärisch genutzten Weltraumbahnhof Plessetzk ins All zu schießen.

Allerdings musste wegen der Abgeschiedenheit des künftigen Raketenstartplatzes auch die gesamte Infrastruktur neu errichtet werden. Eisenbahnlinien und Straßen wurden verlegt, ja eine ganze Stadt – benannt nach dem russischen Weltraumpionier (Konstantin) Ziolkowski – neu aus der Taufe gehoben. Sie soll einst die bis zu 25.000 Mitarbeiter von Wostotschny beherbergen.

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Geld versickerte in dunklen Kanälen

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