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Wespen und Hummeln fehlt es an Nahrung

Eine Wespenplage wie im vergangenen Sommer ist nach Expertenansicht in diesem Jahr nicht zu erwarten. „Die Tiere sind schon unterernährt in den Winter gegangen, dann kam ein langer, kalter Frühling.“

dpa BERLIN. Eine Wespenplage wie im vergangenen Sommer ist nach Expertenansicht in diesem Jahr nicht zu erwarten. „Die Tiere sind schon unterernährt in den Winter gegangen, dann kam ein langer, kalter Frühling.“

Das sagte Bienenfachmann Benedict Polaczek vom Institut für Zoologie der Freien Universität Berlin in einem dpa- Gespräch. „Ich habe bislang noch kein einziges Wespennest gesehen.“ Auch den Hummeln fehle es an Nahrung. „In den Nestern im Institut füttern wir sie, aber in der Natur sind sie sehr arm dran.“

Die aggressive Futtersuche der Wespen im Vorjahr sei darauf zurückzuführen gewesen, dass die Bestände groß waren, die Nahrung durch den Regen während der Lindenblüte jedoch knapp wurde. „Blatthonig und Blattläuse, alles wurde abgewaschen.“ In diesem Jahr gebe es nun voraussichtlich wesentlich weniger Wespen. „Aber wenn die ebenfalls kein Futter finden, kommen sie natürlich auch zu den Menschen.“

Dennoch sollten Menschen bei Wespen, Hummeln oder Bienen nicht in erster Linie den bedrohlichen Stachel sehen, sagte Polaczek. Sogar der Ruf als Honiglieferantinnen werde letzteren nicht gerecht. „Viel wichtiger ist ihre Arbeit als Bestäuberin.“ So würden zum Bestäuben von einem Hektar Fläche mit Kultur- und Wildpflanzen drei bis vier Völker benötigt. Heute gebe es beispielsweise in Brandenburg nur noch einen Bruchteil davon.

Stadtbewohner könnten nicht nur durch eine für Hummeln und Bienen attraktive Blumenbepflanzung ihrer Balkons etwas zum Erhalt der Hautflügler beitragen. „Es geht auch darum, die Imker in ihrer wertvollen Arbeit zu unterstützen - etwa, indem heimischer Honig und nicht billige Importware gekauft wird“, fordert Polaczek. Nur der schonend verarbeitete Honig habe die vollwertigen Inhaltsstoffe.

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