„Wir setzen den Countdown fort“
„Discovery“ soll trotz Riss starten

Die neueste Mission der US-Raumfähre „Discovery“ verläuft bislang nicht gerade glücklich: Zuerst verhindert schlechtes Wetter mehrfach den Start und nun ist auch noch ein Riss in der Isolierung der Außenhülle entdeckt worden. Doch die Nasa will unbedingt am heutigen Dienstag starten. Dabei hatte ein ähnlicher Defekt zur „Columbia“-Tragödie geführt.

HB CAPE CANAVERAL. Angesichts einer günstigeren Wettervorhersage machten sich der deutsche Astronaut Thomas Reiter sowie die sechs weiteren Besatzungsmitglieder am Dienstag zum dritten Mal für den Abflug zur Internationalen Raumstation (ISS) fertig. Am Dienstag wurde um 10.45 Uhr MESZ planmäßig mit dem Betanken der Raumfähre begonnen. Die „Discovery“ soll sieben Astronauten ins All bringen. Die Raumfähre sollte am Nachmittag (20:38 Uhr MESZ) vom Weltraumzentrum Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus abheben. Der Flug gilt als entscheidend für das gesamte Shuttle-Programm der Nasa: Sollte es ernste Zwischenfälle geben, könnte dies das Ende für die Flotte bedeuten.

„Es ist keine Reparatur notwendig“

„Es hat sich herausgestellt, dass keine Reparatur notwendig ist.“ Mit diesen Worten teilte Nasa-Manager Bill Gerstenmaier am Vorabend des geplanten Starts die Entscheidung der US-Raumfahrtbehörde mit, grünes Licht zu geben. Nach den für Samstag und Sonntag angesetzten Versuchen hatten Nasa-Techniker Schäden an der Schaumstoff-Isolierung eines Außentanks der Raumfähre festgestellt.

Auf der Pressekonferenz zeigte Gerstenmaier ein Stück Isolierschaum, das vom äußeren Treibstofftank der „Discovery“ abgeplatzt war. Nach Nasa-Angaben hat es einen Durchmesser von siebeneinhalb Zentimetern. Er glaube nicht, dass dies ein zusätzliches Risiko bedeute, sagte Gerstenmaier. Ein Schaden wäre nach Angaben aus Nasa-Kreisen erst bei einem mindestens doppelt so großen Teil zu befürchten.

Schaumstoffstück war Ursache für „Columbia“-Unglück

Ein abgerissenes Schaumstoffstück war die Ursache für das Unglück der Schwesterfähre „Columbia“ im Jahr 2003: Wegen der beschädigten Isolation zerbarst die Fähre beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und alle sieben Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Seither steht das Shuttle-Programm auf dem Prüfstand. Ohne die Belieferung mit Hilfe der US-Fähren ist jedoch fraglich, ob die ISS wie geplant vor 2010 fertiggestellt werden kann.

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