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Wirtschaftshistoriker widerspricht NS-Forscher Götz Aly

Der in Cambridge lehrende Wirtschaftshistoriker Adam Tooze hat der These des deutschen Historikers Götz Aly widersprochen, das NS-Regime habe sich durch soziale Wohltaten die Zustimmung der Bevölkerung gesichert.

dpa HAMBURG. Der in Cambridge lehrende Wirtschaftshistoriker Adam Tooze hat der These des deutschen Historikers Götz Aly widersprochen, das NS-Regime habe sich durch soziale Wohltaten die Zustimmung der Bevölkerung gesichert.

Die in Alys Buch „Hitlers Volksstaat“ aufgestellte Behauptung sei wissenschaftlich unzulänglich, erklärte der Experte für die Ökonomie des Dritten Reiches in der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“. Aly missverstehe die tatsächliche Ressourcenverteilung im NS-Regime „gründlich“. Auch die Schilderung des deutschen „Volksgenossen“ als bestechliche Schnäppchenjäger werde den historischen Tatsachen nicht gerecht.

Nicht eine den Deutschen eigentümliche Mentalität, sondern die wachsende Bedeutung der USA erkläre, was die Bevölkerung „für Hitlers Heilslehre so anfällig machte“. Der „plötzliche Aufstieg des amerikanischen Kapitalismus untergrub die alte Ordnung nicht nur von außen, in macht-politischer Hinsicht, sondern auch von innen, durch die Destabilisierung der alltäglichen Lebenserwartungen“, meinte Tooze.

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